Aktuelles

Schimmel in der Wohnung – was tun?

Vortrag Volkshochschule: Albert Rosshaupter Strasse 8

Kostenlos, aber bitte anmelden!

Der nächste Vortrag ist wieder im November oder Dezember 2017

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Zum Thema Feuchteschäden und Schimmel+Schwammbekämpfung auf der nächsten  IHM meist Februar.

Forum „Energie. Intelligent. Vernetzt.“

Schimmel in der Wohnung: Vermeiden – Beseitigen – Sanieren

Referent: Edmund Bromm, Sachverständiger Bauzentrum München

Schimmel in der Wohnung was tun?

Der Power Point Vortrag dazu:

http://www.muenchner-fachforen.de/jdownloads/2016/2016_11_12_Fachtag_Schimmel/16_bromm.pdf

Jeden Dienstag im  Bauzentrum München ab 16 Uhr

Info zum Thema feuchte Keller sowie Schimmelprobleme – wie beseitigen und Instandsetzen

Die Beratung ist kostenlos

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weitere Termine:  Immer Dienstag ab 16 Uhr nach Anmeldung im

Bauzentrum München

„Schimmel und feuchte Wände“

tau

Hier gehts zum Taupunktrechner

Verbraucherinformation Thema „richtig Heizen und Lüften“

Richtig Lüften und Heizen

Dabei Geld sparen und die Umwelt schonen.

Es gibt viele Empfehlungen zum Thema Lüften.

Warum sich dann noch einmal damit befassen?

Weil sich Bauweise, Baumaterial, Möbel und auch Nutzung der Wohnräume in den letzten Jahren sehr verändert haben. Auch der Klimawandel ist in Zukunft mehr zu berücksichtigen.

Deshalb können frühere richtige Ratschläge oft keine Gültigkeit mehr haben.

Um nur einige Veränderungen zu nennen:

Früher hatte man eine Ofenheizung, und somit ständig einen Luftwechsel. Alles was durch den Kamin an Zug vorhanden war wurde automatisch durch undichte Fenster und Türen an kalter und somit relativ trockener Luft nachgesaugt.

Kalkanstriche konnten – auch noch in mehreren Schichten aufgebracht –  noch einen gewissen Ausgleich der Feuchte im Raum ermöglichen. Dieser wirkte auch als ein gutes Desinfektionsmittel.

Ebenso waren viele Materialien, wie Möbel, Bodenbeläge etc. in der Lage, kurzeitig etwas Feuchte aufzunehmen. Heute ist alles „pflegeleicht beschichtet und versiegelt“ und somit dicht.

Möbel bedeckten nur kleinere Flächen, hatten auch allesamt Füße und somit keinen Luftstau.

Vorhänge sind heute bis zum Boden reichend und in Falten gelegt und somit eine „gute“ Wärmedämmung an der Innenseite. Ebenso wie Möbel die oft raumhoch, manchmal auch noch dicht eingepasst sind und somit halten diese die Raumtemperatur vom Erwärmen der Oberflächen ab.

Durch Tapeten und Kleister an der Wand ergibt sich ein „guter“ Nährboden für Schimmelbefall.

  • Die üblichen Klebestoffe sind Zellulose und Stärke.
  • Einige Kleister enthalten Konservierungsmittel diese werden unter anderem eingesetzt, damit er nicht gleich schimmelt.

Der Keller wurde nur als Vorratsraum für Kohle und Holz oder Eingemachtes und Gemüse genutzt, und diese wurden jährlich wiederkehrend erneuert und konnten somit durch den Wechsel nicht faulen.

Heute sind die Keller oft voll mit Kartons und alten Möbeln etc. und faulen jahrelang dahin. Weil nun häufig Modergeruch entsteht wird oft falsch gelüftet.

Kellerraum voll mit Material das vor sich hinfault.

Wo kommt die Feuchtigkeit her?

Unsere Umgebungsluft enthält (für uns unsichtbar) eine bestimmte Menge Wasser im dampfförmigen Zustand.

–   in der freien Natur, bestimmt durch die klimatischen Bedingungen

–   in der Wohnung je nach Nutzung (Wasserabgabe in Gramm /Kubikmeter Luft)

–  Aufenthalt und Tätigkeit des Menschen :  30  –  300  g/ h,

–   Kochen                                                      400 – 800   g/h

–  Baden und Duschen                                  600 – 3000  g/h.

– Topfpflanzen                                                  7 – 20     g/h,.

In dampfförmigen Zustand kann die Luft aber nur eine bestimmte Menge Wasser aufnehmen. Der Wert wird angegeben durch die relative Feuchte. Sie beschreibt das Verhältnis von der aktuellen zur maximal möglichen Wasseraufnahme bei dieser Temperatur und wird in % angegeben.

Wenn die relative Luftfeuchte 100 % erreicht (Taupunkt), fällt flüssiges Wasser aus: es kondensiert.

Dies zeigt sich gut an nicht saugenden Oberflächen, (z. B. Bierkrug, Brille und Fenster) wenn diese „beschlagen“.

Grafik.1 /s. Fensterberater) Wasserdampfaufnahme der Luft  

  • Die 22° C warme Luft kann maximal 19,4 Gramm Wasser enthalten.
  • Hat die durch Lüftung zugeführte  Außen Luft jedoch 0° C.  Kann diese nur 4,8 Gramm Wasser enthalten.
  • Dies bedeutet bei 22 Grad Raumtemperatur nur etwa 25 % relative Luftfeuchte.
  • So ist auch klar, warum wir im Winter in unseren Wohnräumen eine sehr trockene Luft haben können.
  • Bei 15° kann die Luft maximal 12,8 Gramm enthalten. Dies bedeutet es darf die relative Luftfeuchte 70% bei einer Raumtemperatur von 22° nicht übersteigen.
  • Ansonsten fällt Kondenswasser an der kältesten Stelle aus.

Wichtig ist das Verhältnis vom Außen- zum Innenklima.

Während früher ein Luftaustausch durch die Ofenheizung automatisch erfolgte, muss heute darauf geachtet werden, dass dieser Luftaustausch durch Lüften hergestellt wird.

Es ist dafür zu sorgen, dass die Luftfeuchte im Raum deutlich unter dem Taupunkt bleibt. Wegen anderer Gesichtspunkte – z.B. Schimmelbildung oder „Behaglichkeit“- werden oft  noch niedrigere Grenzwerte genannt.

Im Sommer, wenn der Temperaturunterschied zwischen Tag/Nacht nicht mehr so groß ist oder wenn nicht mehr geheizt wird, ist das Lüften nicht mehr so entscheidend. Da kann auch länger gelüftet werden. Es geht ja keine Energie mehr verloren.

Zudem ist zu beachten, dass im Wohn- und Arbeitsbereich bestimmte Grenzwerte für Temperatur und relative Luftfeuchte eingehalten werden müssen, um sich physisch wohlfühlen zu können. Man bezeichnet den Bereich innerhalb dieser Grenzwerte als „Behaglichkeits- Bereich“ siehe auch Grafik Nr. 2

Was heißt dann „Richtiges Lüften“?

Es muss immer nutzungsabhängig erfolgen.

Generell gilt: je kürzer lüften, umso besser, jedoch öfter wiederholen!

Aber auch, die Luft auszutauschen und dies abhängig von der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit.

Je feuchter die Luft umso mehr muss darauf geachtet werden.

Es ist zu unterscheiden ob der Wohnbereich oder der Keller gelüftet wird.

Hinzu kommt die Art der Raumerwärmung – ob Konvektion oder Strahlungswärme.

Wenn der Temperaturunterschied relativ hoch ist – nachts draußen kalt (Herbst/Winter/Frühling) und in der Wohnung warm, dauert es nicht lange, denn die warme Luft entweicht sehr schnell und zieht kalte und somit trockenere Luft nach.

Da lohnt sich auch das Abdrehen der Heizung nicht, zumal diese im Anschluss sowieso auf volle Leistung wieder hochfährt.

Alles was unnötig abkühlt, muss wieder erwärmt werden!

Eine Beschleunigung des Luftaustausches kann auch dadurch erreicht werden, indem wir für eine sogenannte Querlüftung sorgen.

Dabei wird der Effekt ausgenutzt, dass beim Öffnen gegenüberliegender Fenster (oder Türen) die Luftströmung besonders hoch ist.

Achten Sie dabei auf die Zugluft, damit keine Scheiben zu Bruch gehen oder Unbehaglichkeitsgefühl entsteht!

Danach dauert es nur kurze Zeit, bis sich die Luft erwärmt hat und somit wieder Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Praktische Messungen haben ergeben, dass dies ca. eine ½ bis ¾ Stunde dauert. D.h. das nächste Lüften sollte auch davon abhängig gemacht werden.

Längeres Lüften in der Heizperiode, wie in der „Fachliteratur“ oft zwischen 10 und 20 Minuten angegeben, bedeutet, dass die Gegenstände in den Zimmern und auch die Oberflächen der Wände mehr abkühlen. Dieses mehr bedeutet, dass mehr Energie durch Heizen wieder nachgeführt werden muss.

Wie lange lüften?

Der menschliche Körper ist ein sehr gutes „Messgerät“. Es kann folgendes Experiment durchgeführt werden: In der Frühe reagieren wir noch sehr empfindlich auf Temperaturunterschiede. Stellen Sie sich an die Stelle – gegenüber dem zu öffnenden Fenster/Türe. Nun bittet man jemand, Fenster oder Türe ganz zu öffnen.

Das Kippen der Fenster reicht nicht aus!

Sobald man empfindet, dass die kalte Luft an einem vorbei streicht, stoppt man die Zeit. Sie werden überrascht sein, denn es vergehen oft nur wenige Sekunden, meist handelt es sich um 5 -10 Sekunden. Die Zeit hängt auch davon ab, wie groß der Raum aber auch das Fenster bzw. oder die Türe ist, oder wie stark der Wind weht.

Weiter auch davon wie groß der Temperaturunterschied zwischen Innen und Außen ist. Es gilt die Empfehlung, das Fünf- bis Zehnfache dieser Zeit zum Lüften anzusetzen, danach kann man davon ausgehen, dass der größte Teil der Luft ausgetauscht ist.

Der größte (zugleich auch der häufigste), Fehler hierbei ist, die Dauer-„Lüftung“ durch geöffnete Kippfenster.

Der Luftaustausch wird durch die aufsteigende warme Zimmerluft mehr behindert als gefördert, man heizt sozusagen „zum Fenster hinaus“.

  • Aber auch die Wohnungen – seitlich, darunter und darüber werden dadurch erheblich abgekühlt.

Erfahrungen aus der Praxis haben ergeben, dass der größte Teil bei ganz geöffneten Fenstern/Türe die Luft in Räumen bis ca. 30m² Fläche schon nach ca. 2 Minuten ausgetauscht ist.

Leider wird oft (subjektiv) ein kälterer Raum  als „frischer“ empfunden.

Ergänzend dazu auch: wie „Heizen“?

Dies lässt sich nicht pauschal beantworten.

Jedoch steht fest, dass die Beheizung auch ein wichtiger Bestandteil beim Thema Lüften ist.

Es müssen die speziellen Gegebenheiten des Objektes aber auch der Räumlichkeit abgeklärt werden:

Lage des Gebäudes – z.B. freistehend oder in einem Wohnblock

Lage der Wohnung im Gebäude – z.B. Keller, Obergeschoß

Vorgesehene Nutzung – Wohnen, Schlafen, Kinderzimmer, Arbeiten, Lagerraum etc..

Es ist auch abhängig von der Art der Heizung, z. B.:

  • in der Wohnung.
  • Ofen- Thermen mit Gas oder Öl; mit Holz-, Kohle-, oder Ölofen, insbesondere mit offener Flamme. Hier erfolgt der Luftaustausch automatisch.

Im Gegensatz zu:

  • Zentralheizung – Elektrospeicher – Radiatoren
  • Fußboden-, Wand- oder Deckenheizung. Hierbei muss auf den ausreichenden Luftaustauch geachtet werden!

Weiter ist entscheidend die Lage des Objektes:

Ein freistehendes Haus wird immer einen stärkeren Wärmeaustausch mit der Umgebung haben  als ein „Eingebundenes“.

Hier wird das Hauptaugenmerk auf  der Wärmedämmung der Außenwände liegen und vom Nutzer wenig zu beeinflussen sein.

Problematisch kann es werden, wenn durch die Möblierung z. B. Einbauküchen, Wandschränke aber auch Betten mit Bettkasten insbesondere an Außenwänden die natürliche Zirkulation weitgehend verhindert wird.

Es zeigt die Praxis, dass es gerade – hinter oder unter dem Inventar zu Tauwasser oder auch Schimmelbefall  kommt. Besonders dann, wenn kein beheizter Keller unter dem Wohraum ist.

Bei der Nutzung als Wohn- und Arbeitsraum ist nicht nur die Temperatur, sondern auch die Luftfeuchte ein wesentlicher Gesichtspunkt. Temperatur und Luftfeuchte müssen im  „Behaglichkeitsbereich“ liegen.

Grafik 2: Behaglichkeit.

 

Eine weitere Größe für die Behaglichkeit im Raum ist auch die Oberflächentemperatur der Wände oder der Fenster.

Nutzung der Kellerräume.

  • Als Lager.

Dabei kommt es im Wesentlichen auf die Art der zu lagernden Güter an, welche Temperatur- und Feuchtegrenzwerte einzuhalten sind.

Oft denkt man, dass das Lüften im Sommer gut sei für eine trockenere Luft – dies ist jedoch falsch. Denn wenn warme und feuchte Luft auf die kalten Wandflächen kommt entsteht sehr schnell Tauwasser. Es ist aber auch falsch im Winter lange zu lüften, denn dann kühlt die Kellerdecke aus und auch hier wird Energie unnötig zum Fenster raus gelüftet.

  • Höherwertige Nutzung z.B. Kinder-, Schlaf- oder Arbeitszimmer.

Bedingt durch höhere Raumtemperaturen sowie der kalten Boden,- und Wandflächen kommt es öfter zu Tauwasserbildung.

Ein besonderer Schwerpunkt wird hier die Vermeidung von Schimmelpilzen sein. Dies ist ein besonderer Aspekt bei der Nutzung als Wohnraum, was ja heute mehr und mehr der Fall ist.

Besonderes Augenmerk ist hierbei die Beheizung, dies nicht nur im Winter sondern auch im Frühjahr und Sommer. Die Boden-und Wandflächen sind nach der langen kalten Jahreszeit noch lange sehr kühl. Deswegen muss auch im Sommer teilweise geheizt werden.  Aber dann muss auch eine hinreichende Wärmedämmung zum umgebenden Erdreich gegeben sein!

Zusammenfassung:  Nicht alle alten Sprichwörter treffen auf die heutigen Lebensumstände zu, wie  z. B.: „Off’nes Fenster Tag und Nacht hat manchem schon viel Heil gebracht“  ist heute als Richtschnur nur bedingt noch gültig.

Richtig ist, dass neue Bauweisen die „automatische“ Lüftung ausschließen.

Über nicht dicht schließende Fenster und undichte Türkonstruktionen in Verbindung mit einer Ofenheizung kam es früher zu einem ausreichenden Luftwechsel.

Dieser Luftwechsel muss heute oft über eine automatische Lüftung am besten mit Wärmerückgewinnung erreicht werden.

Damit liegt die Verantwortung für den nötigen Luftaustausch praktisch ganz beim Nutzer.

Lüften heißt, nach einem anderen Sprichwort “ mach’s Fenster auf, lass’ Luft herein, der Nächste wird dir dankbar sein“.

Das gilt nicht nur für „gefangene“ Räume, meistens Bad und/oder Toilette, wo man durch eine Stoß – oder Querlüftung, durch offene Türen und Fenster hindurch für einen schnellen Luftaustausch in wenigen Minuten sorgt.

Die Lüftungszeit verlängert sich, je geringer der Temperaturunterschied zwischen „drinnen“ und „draußen“ ist, aber auch wenn nur ein kleines Fenster geöffnet werden kann.

Wenn nun in der Frühe und am Abend das ganze Luftvolumen des Zimmers oder der Wohnung 2 – 3 mal ausgetauscht wird, dürfte dies in den meisten Fällen ausreichen, um feuchte Wände und/oder Schimmelbildung zu vermeiden.

Deswegen sollte keinesfalls zu lange gelüftet werden bzw. die Heizungen – nachts und bei Abwesenheit – nicht zu sehr gedrosselt werden, da sonst die Oberflächen und Gegenstände in der Wohnung zu stark abkühlen.

Fehler die häufig gemacht werden:

Der größte Fehler beim Lüften ist, (zugleich auch der häufigste) die Dauer-„Lüftung“ durch geöffnete Kippfenster. Der Luftaustausch wird durch die aufsteigende warme Zimmerluft mehr behindert als gefördert, man heizt sozusagen „zum Fenster hinaus“. Aber auch die Wohnungen – seitlich, darunter und darüber werden dadurch erheblich abgekühlt.

Längeres Lüften in der Heizperiode, wie in der „Fachliteratur“ oft zwischen 10 und 30 Minuten angegeben, bedeutet, dass die Gegenstände in den Zimmern und auch die Oberflächen der Wände mehr abkühlen.

Trocknen der Wäsche in der Wohnung. Wenn man aus der Waschmaschine 6 kg nasse Wäsche entnimmt aber nur 2 kg trocken in den Schrank hängt verbleibt oft zu viel Feuchte in der Wohnung.

Im Treppenhaus müssen auch die Fenster geschlossen bleiben, denn die Innenwände haben keine Wärmedämmung und kühlen die angrenzenden Wohnungen sehr stark aus.

Sehr oft kann man in Häusern mit durchgehenden Treppenaufgang feuchte Kellerböden feststellen. Klar, weil die Temperaturunterschiede zwischen „wohnen“ und dem kalten Kellerfußboden sehr groß sind.

Umnutzungen der Kellerräume ohne ausreichende Wärmedämmung führen sehr oft zu Feuchte- und Schimmelproblemen. In Wasch,- bzw. Trockenräumen sollte eher ein Luftentfeuchter eingesetzt werden statt die Fenster ständig offen zu lassen.

Weiterführende Empfehlungen sind:

Kontrolle der Fassade, diese sollte wasserabweisend und ohne Risse bzw. Putzschäden sein. Schäden bei Wärmedämmungen, z.B. Spechtlöcher müssen sofort geschlossen werden.

Dächer, Terrassen und deren Anschlüsse müssen dicht sein.

Kleine Fehlstellen führen oft schon zu erheblichen Schäden.

Es dauert sehr lange bis eine feuchte Wand wieder austrocknet. Erfahrungen hierzu sagen aus: eine 40 cm feuchte Ziegelwand braucht zum Trocknen fast ein Jahr.

In Wasch,- bzw. Trockenräumen sollte eher ein Luftentfeuchter eingesetzt werden statt die Fenster ständig offen zu lassen.

Eine Kontrolle ist einfach.

In der heutigen Zeit ist es einfach – sowohl Feuchtegehalt als auch Temperatur zu kontrollieren. Dazu braucht man ein Thermohygrometer.

Bild: Thermohygrometer

Nun kann man am Gerät ablesen, dass die relative Luftfeuchtigkeit in der Regel absinkt und nach einer bestimmten Zeit wieder ansteigt, weil die kalte Außenluft wenig Feuchtigkeit enthält und im Raum die Temperatur relativ schnell wieder ansteigt.

Dies geschieht durch Wärmeabgabe der Wände, Einbauteile und der gelagerten Gegenstände.   

Ideale Werte sind für die meisten Menschen Temperatur zwischen 19 bis 23 Grad und die Luftfeuchte zwischen 45 bis 60 %.

Dabei ist zu beachten: 1 Grad mehr, also statt 20° z.B. 21° bedeutet ungefähr 6% mehr an Energiekosten!!!

Bitte bedenken Sie: All die Energie die unnötig zum Fenster hinausgelüftet wird, muss wieder nachgeheizt werden!

Und Energie kostet Geld – und wer wirft das schon gern sinnlos aus dem Fenster…

Bei diesem Beitrag hat Dr.- Ing. Lothar Weichert mitgearbeitet.

Edmund Bromm

 


Wir in Bayern der Bayrische Rundfunk im Interview mit mir.

SERVICE

Verbrauchertipp: Hilfe gegen Schimmelpilz

Schimmelpilze bilden einen natürlichen Teil unserer Umwelt – wir leben mit ihnen: immer und überall. Übersteigt die Konzentration der Fäden und Sporen jedoch ein bestimmtes Maß, wird der an sich harmlose Pilz zum Problem. An den Wänden bilden sich grau-bläuliche Flecken. Hässlich und noch mehr: Bestimmte Schimmelpilzarten bilden Toxine und die verursachen beim empfindlichen Menschen Allergien: Atemwegsprobleme, Asthma, im allerschlimmsten Fall Infektionen. Vor allem im Winter zeigt sich der Pilz an kritischen Stellen in Haus und Wohnung, offenbart undichtes Mauerwerk und Kältebrücken, Baufehler oder falsches Heiz- und Lüftverhalten der Bewohner. Eine dauerhafte Sanierung ist teuer, dennoch lässt sich viel Geld sparen, wenn man weiß, welche Maßnahmen tatsächlich sinnvoll sind.

Dazu gab es ein Interview mit dem Sachverständigen für Feuchteschäden und Schimmel.

Edmund Bromm aus Ismaning. Er ist ehrenamtlicher Berater im Bauzentrum der Stadt München.

Die Fragen von BR

Herr Bromm……..Klassische Situation: Altbau mit neuen Fenstern und neuer Heizung: Warum ist das im Hinblick auf Schimmelpilze so kritisch zu betrachten?

Die neuen Fenster sind sicher nicht Schuld. Höchstens derjenige, welcher die neuen Fenster eingesetzt hat und keine ausreichende Dämmung einbaut hat oder wenn schlampig verputzt wird und so Wärmebrücken entstehen. Somit kommt es oft zu Kondenswasser in den Laibungen.

Das wichtigste ist, das Lüftungsverhalten muss verändert werden.

Früher war es der Holz- oder Kohleofen der für einen Luftaustausch gesorgt hat. Alles was an Luft durch den Kamin ging, wurde von außen durch die undichten Fenster und Türen nachgesaugt. Und kalte Luft hat nur wenig Feuchte, deswegen war es auch oft zu trocken.

Wenn nach dem Fenstereinbau noch tapeziert wird, ergeben oft der Kleister und die Zellulose aus Tapeten ideale Bedingungen und sind Nahrung für Schimmelpilze.

Aber auch viele Anstriche mit organischen Bindemitteln können faulen.

BR 2.        Was sind Schimmelpilzquellen?

Mülleimer, Kompost, Pflanzenerde – das kann zu stärkerer Konzentration in der Innenluft führen.

Ich denke auch an die Teppichböden. Insbesondere in nicht unterkellerten Räumen oder im Erdgeschoss mit kalten Keller. Hier kann der Hausstaub richtig schön vor sich hinfaulen.

BR 3.        Wann und wie kann ich selbst aktiv werden?

Z.B. durch richtiges lüften und auch ausreichend heizen.

Wenn das Schlafzimmer schon kalt sein soll, dann auch die Türen schließen. Sonst kommt die warme Luft vom Wohnzimmer auf eine kalte Wand – es entsteht Kondenswasser.

Die Temperatur und die Feuchte sollte mit einem Thermohygrometer kontrolliert werden.

Ein ideales Klima ist bei Temperaturen zwischen 19 und 22° C. und die Feuchte sollte unter 60% bleiben.

Die beschlagenen Fenster- und Türrahmen sowie die Silikonfugen regelmäßig mit einem Reinigungslappen abwischen. In die Ritzen gelangt auch Staub.

Mülleimer öfters desinfizieren.

Keine Wäsche in der Wohnung trocknen. Früher hatte man einen Speicher um die Wäsche zu trocknen. Wenn diese in der Wohnung getrocknet wird, so ist zu bedenken – aus der Trommel kommen 7- 8 kg und 2 kg werden in den Schrank gelegt, tja wo bleibt das Wasser?

Große Schränke dürfen nicht an die Außenwand gestellt werden. Wenn dies nicht anders möglich ist, ausreichend Platz – mindestens 5 besser 10 cm von der Wand lassen.

Betten mit geschlossen Bettkasten „unterfüttern“ bzw. höher stellen.  Man hatte früher immer ausreichend Platz durch hohe Füße und somit Luft dazwischen.

Küchen werden oft Millimetergenau eingepasst, aber wie soll es dahinter/darunter warm werden?

Aber auch feuchte Wände und Keller müssen – „trockengelegt“ werden.

Fenster müssen im Keller geschlossen bleiben.

Die Fassade kontrollieren, ob diese Wasser aufnimmt. Dies ist mit einem einfachen Test leicht zu ermitteln – ein Glas Wasser an die Wand geschüttet, alles muss ablaufen.

Der Anstrich an der Innenseite war früher nur Kalk, damit auch ein gutes Desinfektionsmittel. Dies auch dann noch wenn viele Anstriche aufgebracht wurden.

Schimmel braucht immer eine Nährsubstanz und ausreichend Feuchte sowie die „richtige“ Temperatur. Aber auch der PH-Wert und das Licht müssen stimmen.

Notfalls mit einem Luftentfeuchter die Feuchte reduzieren

BR 4.        Und kleine Flächen kann ich selbst entfernen?

Ja natürlich. Wenn man den Schimmel erkennt oder riecht sollte dieser sofort beseitigt werden. Kleinere Flächen – etwa wenn ein Schrank von der Wand gerückt wird oder auch hinter einem Bild können leicht selber beseitigt werden.

Neben den einfachen Bekämpfungsmitteln wie 70 oder 80% Alkohol aus der Apotheke oder der Drogerie gibt es auch andere ungiftige Produkte – auch in manchen Märkten. Aber immer auf Zulassung und die Gebrauchsanweisung achten.

BR 5.        Sind alle Schimmelpilze gleich gefährlich?

Es geisterte mal das Gerücht herum, vor allem der im Sanitärbereich entstehende schwarze Schimmelpilz sei krebserregend?

Einen aktiven schwarzen Schimmel gibt es nicht. Jeder „Schwammerl“ ob groß oder klein ist zunächst relativ hell. Erst wenn dieser abstirbt und fault wird er schwarz.

Und ob grün oder welcher Farbe auch immer – es gibt gefährliche und weniger gefährliche Schimmelarten.

Eine Gefährdung hängt auch immer von der Konzentration und von der Aufenthaltsdauer in einem Raum ab.

Man muss wissen, dass es auf der ganzen Welt keine schimmelpilzfreie Zone gibt. Auch Sporen sind allgegenwärtig und können bei idealen Bedingungen sehr schnell wachsen und somit auch ein Problem ergeben.

Gärtner; Landwirte; Förster und Waldarbeiter haben ständig mit Schimmel zu tun und diese erkranken auch nicht alle an Krebs.

Der gesunde Mensch hat im Normalfall keine Probleme mit Schimmel.

Gerade deshalb ist eine sachliche Bewertung dieser Thematik so wichtig, sonst werden die Angstmacher hier ein großes Betätigungsfeld für sich erobern. Die unsoliden Geschäftemacher sind zu Hauff unterwegs.

BR 6.        Die Mieterin in unserem Beispiel wurde von der Wohnungseigentümerin mit einem Schimmelspray und einem Heizlüfter versorgt, sollte damit den Schimmel abtöten und die Wand trocknen. Ist das nachahmenswert?

Nein sicher nicht. Dazu ist der Schaden zu groß.

Schimmelspray ist in diesen Fällen generell nicht empfehlenswert. Es tötet den Schimmelpilz und auch manche Sporen ab, aber, der Körper unterscheidet nicht zwischen toten und lebenden Sporen.

Manche Menschen reagieren allergisch auch auf tote Sporen. Ich beseitige damit also keine Gefahr!

Im Gegenteil, unter Umständen sind Inhaltsstoffe im Spray erst recht Allergie auslösend? Hier gab es große Unterschiede bei einer Prüfung durch Öko-Test im letztem Jahr.

Falsch ist es auch eine Schimmelbekämpfung mit einem Heizlüfter vorzunehmen, denn damit werden die Sporen erst recht im Wohnraum verteilt.

Heizen der Wand und trocknen macht erst Sinn, wenn die Sporen z.B. durch absaugen beseitigt sind.

Es ist einem Mieter auf lange Sicht auch nicht zumutbar, überdurchschnittlich hohe Kosten für Heizung zu tragen, erst recht nicht, wenn ein Baumangel vorliegt.

BR 7.        Wann brauche ich den Fachmann?

Dies ist schwierig zu beantworten, weil es immer eine Gradwanderung sein wird. Manche Menschen reagieren sehr sensibel auf Schimmelschäden und andere haben immer damit zu tun und bleiben gesund.

Sicher dann, wenn die Befallflächen relativ groß sind. Wenn gesundheitliche Beeinträchtigungen gegeben sind und/oder der Arzt eine Schimmelallergie feststellt. Auch wenn dann „nur“ der Verdacht von Schimmelbefall gegeben ist. Es ist wichtig den Betroffenen zu helfen, dass sie Sicherheit bekommen.

Man denke nur an die Angstmacherei in den Medien. Man liest sehr oft „Vorsicht Schimmel ist gesundheitsschädlich“. Wie soll der Laie dies alleine Bewerten?
BR 8.        Ist Schimmelpilz immer sichtbar?

Nein, manchmal versteckt er sich z.B. im Teppich, hinter Wandverkleidungen und Tapeten, in oder unter Schränken usw.. Bisweilen deutet nur ein muffiger Geruch darauf hin.

Wenn krankmachende Symptome bekannt werden ist eine  Raumluftmessung sinnvoll.

Wenn der Schimmelbefall sichtbar ist, kann man i.d.R. drauf verzichten auch ist dann meistens eine Untersuchung der Art des Pilzes überflüssig.
BR 9.        Passivhäuser sind extrem gut gedämmt, setzen darauf, dass möglichst nirgends Wärme entweichen und Kälte eindringen kann. Macht sie das für Pilze besonders anfällig?

Klar, hier ist ein spezielles Lüftungs- aber auch Heizsystem nötig. Z. B. in Skandinavien ist Bauen ohne spezielle Lüftungssysteme gar nicht mehr erlaubt.

Logisch ist auch, dass dies mit der gleichen konsequenten Technik erstellt werden muss. So, dass sich die Bewohner auch ohne Schimmelbefall wohlfühlen können.
BR 10.         Wenn ich mir unsicher bin, ob nun Schimmelpilz in der Wohnung ist oder ich gerade baue und gut vorbeugen möchte – wo kann ich mich informieren?

Sicher bekomme ich keine zuverlässigen Informationen aus den zahlreichen Blättern und Zeitschriften die in den Hauseingängen in Massen rum liegen. Meist helfen einem auch die Vertreter auf Messen oder an der Haustüre nicht weiter. Man sollte vorsichtig sein und nicht jedem selbsternannten Fachmann vertrauen, auch wenn er sich als Baubiologe ausgibt – auch hier gibt es immer „solche und solche“.

Man kann sich an die gemeindlichen Behörden; an die Verbraucherverbände; an Haus- und Grundbesitzer- sowie an die Mietervereinigungen wenden.

In München das Referat für Gesundheit und Umwelt.

Auch die Handwerkskammern sowie die Innungen können Sachverständige benennen.

In München und Nürnberg gibt es ein Bauzentrum wo man sich nach Anmeldung kostenlos beraten lassen kann.

Beratungsstellen bei Schimmelproblemen:

Referat für Gesundheit und Umwelt Umweltladen

Rindermarkt 10

Tel. 089 23326666

Umweltmedizinische Beratung

Tel. 089 23347849

Bauzentrum München

Willy-Brandt-Allee 10

Tel. 089 5463660

Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern

Max-Josephstrasse 2

Tel. 089 51160

Handwerkskammer München

Max-Joseph-Strasse 5

Tel. 089 5119 – 0

Neue Termine Frühjahr 2016

Vortrag Landratsamt Starnberg

Strandbadstrasse 2

82319 Starnberg

Schimmel in der Wohnung:  vermeiden – beseitigen und „Sanieren“

Richtig Lüften und Energie sparen

Siehe auch: http://www.biobau-portal.de/sites/default/files/static/podcast/1400_Schimmel_vermeiden_durch_richtiges_L%C3%BCften_Edmund_Bromm.pdf

Vortrag im Bauzentrum München Riem

Feuchte Keller vermeiden und “ trockenlegen“

Informationen zum Thema:

„Schimmel in der Wohnung: Vermeiden, beseitigen, sanieren“


Vorträge:    IHM
Messe München Halle B2

Richtig lüften und heizen vermeidet Schimmel und spart Energie


Heim und Handwerk

Messe München


Siehe auch: Schimmel und feuchte Mauern vermeiden

http://www.muenchner-fachforen.de/jdownloads/2012/2012_12_06_Fachforum_Lueftungsanlagen_Schimmel/05_bromm.pdf


Schimmel in der Wohnung: Vermeiden, Beseitigen, Sanieren

Bauzentrum München Riem 18 Uhr

——————————————————————————————–„Schimmel in der Wohnung: Vermeiden, beseitigen, sanieren“

Bauzentrum München Riem

Feuchter Keller: Vermeiden und Trocknen

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Außerdem:

Jeden Dienstag ab 16 Uhr können Sie sich zu diesem Thema

Feuchte Keller und Schwamm sowie Schimmel im Bauzentrum München beraten lassen.

Verfahren gegen aufsteigende Feuchtigkeit

           VERBRAUCHERINFORMATION  20

                            e-mail: edbromm@gmail.com

 

Unterschiedliche Verfahren zur Trockenlegung von feuchtem Mauerwerk werden beschrieben. Auch ungeeignete Verfahren werden in diesem Zusammenhang genannt. Auf einige Risiken wird hingewiesen. Schließlich wird auf die Schwierigkeit, das jeweils optimale Verfahren für ein Objekt auszuwählen, aufmerksam gemacht.

1  Einleitung

Viele Hausbesitzer, Architekten und Behördenvertreter stehen vor der Frage, welches Verfahren gegen aufsteigende Feuchtigkeit für welches Gebäude geeignet ist. Dabei gibt es grundsätzliche Unterschiede: z.B. mechanische Trennungen; Injektionen oder sogenannte elektrophysikalische Verfahren.

Diese Techniken können, sofern für das jeweilige Gebäude geeignet, selbstverständlich auch miteinander kombiniert werden. Stets aber muß von Fall zu Fall sorgfältig geprüft werden, welche Methode für welches Objekt sinnvoll ist. Eine fachkundige Beratung ist deshalb vorab sehr zu empfehlen.

In diesem Beitrag werden die wichtigsten Verfahren kurz beschrieben. Dabei werden der Vollständigkeit halber auch unwirksame Verfahren genannt. Danach werden einige Risiken vergleichend behandelt und schließlich wird die Schwierigkeit angesprochen, geeignete Verfahren und Fachfirmen auszuwählen.

2  Geeignete und ungeeignete Verfahren

2.1  Mauerwerksaustausch und Unterfangung

Gemeint ist damit das traditionelle Verfahren, das von allen Bauunternehmen und sehr oft auch mehr oder minder erfolgreich in „Eigenleistung“ durchgeführt werden kann. Dabei entfernt man Stück für Stück des Grundmauerwerkes und ergänzt es entweder durch Beton oder durch Mauerwerk (einschl. einer Abdichtung)..

Bei einer Variante wird der Mauerwerksquerschnitt über dem Fundament oder über dem Gelände ausgebrochen und anschließend eine Dichtungsunterlage (als Sauberkeitsschicht) hergestellt. Darauf kommt eine Abdichtung, und der Rest wird entweder ausbetoniert oder ausgemauert.

2.2  Das Mauersägeverfahren

Mit einer Schwert-, Seil- oder Kreissäge wird ein Schnitt im Mauerwerk hergestellt. Dabei ist es möglich, trocken oder naß zu schneiden.

Diese Schnittfuge ist je nach Sägeverfahren 4 bis 15 mm dick. Anschließend wird die Abdichtung -­ meistens aus glasfaserverstärktem Polyester, aus Polypropylen oder auch aus Edelstahlplatten eingebaut. Die Schnitte werden nach Einlegung der Abdichtung in der Regel verkeilt. Die Keile sollen während der Arbeit die Lastenübertragung sichern. Anschließend werden die Schnittfugen an der Innen- und Außenseite provisorisch abgedichtet und der Hohlraum mit Quellmörtel  verpresst.

2.3  Das Einschlagen von nichtrostenden Chromstahlplatten

Ohne Öffnung der Mauer wird eine 1,5 mm dicke gewellte Platte eingeschlagen. Dabei braucht man eine mehr oder weniger durchgehende Mörtelfuge.

Der Baustoff selbst ist bei dieser Methode nicht entscheidend. Setzungen können nicht auftreten, weil die Platten ohne vorheriges Öffnen in die Mörtelfuge eingeschlagen werden. Der Mörtel wird auf diese Weise nach oben oder unten verdrängt bzw. verdichtet.

Um den Verdrängungs- und Verdichtungswiderstand zu verringern, werden seit einiger Zeit Chromstahlplatten verwendet, die keil-bzw. pfeilförmig verformt bzw. angespitzt sind. Dadurch wird die Durchdringungsgeschwindigkeit erhöht und die Oberflächenreibung vermindert. Dieses seit mehr als zwanzig Jahren bewährte Verfahren hat sich als eines der preisgünstigsten und sichersten Verfahren  erwiesen.

2.4  Bohrverfahren mit Überlappung ( aneinander gereihte Kernbohrungen).

Hierbei werden Löcher gebohrt (meistens mit einem Durchmesser von 8-12 cm) und so angeordnet, dass ihre Überlappungen eine durchgehende Mauertrennung erfolgt. Diese Bohrlöcher werden anschließend mit einem dichtenden und quellfähigen Mörtel wieder ausgefüllt und somit eine sichere Abdichtung erzielt.

2.5  Injektionsverfahren

Eine andere Form der Abdichtung im Mauerwerkquerschnitt wird mit Injektionsverfahren erreicht. Sie werden oft, weil das Injektagemittel über Bohrlöcher eingebracht wird als „Bohrlochverfahren“ bezeichnet. Dabei bohrt man Löcher in die Wand und füllt sie mit sehr unterschiedlichen Injektionsmitteln unterschiedlicher Konsistenz.

Die Wirksamkeit einer solchen Sperre gegen kapillar aufsteigende Feuchtigkeit hängt nicht nur von der Wahl des Injektionsmittels und dessen Wirkungsweise (kapillarverstopfend, kaplillarverengend), sondern auch der Ausführungsart ab. So sind z.B. Abstand, Tiefe und Durchmesser der Bohrlöcher von entscheidender Bedeutung, und außerdem, ob der jeweilige Stoff mit oder ohne Druck und in der ausreichenden Menge eingebracht wird. Der zeitliche Aspekt ist ebenfalls ein wichtiger Faktor, denn die Injektionsmittel eine gewisse Zeit, um sich zu verteilen. Die Viskosität der Injektionsmittel ist ebenfalls zu berücksichtigen. Soll eine Kapillarverstopfung oder eine Hydrophobierung, erzielt werden? Sehr oft ist beides erwünscht.

Eine vorherige fachkompetente Prüfung, sowohl des Feuchte- als auch des Salzgehaltes ist genauso wichtig wie die „Verträglichkeit“ der Injektionsmittel mit dem Baustoff.

2.6  „Entfeuchtungsputze“

Der Name dieses Verfahrens ist zwar vielversprechend, aber sachlich falsch. Kein Patent konnte bisher für die Trockenlegung einer Mauer garantieren! Ähnlich dem Effekt der Röhrchen (aus den 50er und 60er Jahren bekanntes Verfahren) soll dieser Verputz durch eine bessere Verdunstung die Mauer trocknen. Es wird jedoch nur der Kreislauf angeregt – denn: was schneller verdunstet, kommt von unten um so schneller nach. Ob diese Putze also der Weisheit letzter Schluß ist, wage ich zu bezweifeln, denn es werden nicht nur Wasser, sondern auch bauschädliche Salze auf diese Weise nachtransportiert.

“ Entfeuchtungsputze“ entfeuchten nicht, sie wirken bestenfalls ähnlich wie ein Sanierputz. 

Sehr oft ist eine solche „Sanierung“ mit Entfeuchtungsputzen nur deswegen erfolgreich, weil es sich „nur“ Kondenswasserbildung aus Gründen einer falschen Nutzung handelte oder um  technische Schäden, wie beispielsweise eine undichte Regenrinne. Möglicherweise wurden auch Fugen abgedichtet, die Heizung an der richtigen Stelle angebracht, die Fassade gestrichen usw. – und somit ist der eigentliche Schaden beseitigt. Es ist dann sehr leicht zu suggerieren, dass die Pseudotrockenlegung den entsprechenden Erfolg gehabt hat. Bis man erkennt, was wirklich geschehen ist, vergehen meist Jahre.

2.7  „Elektro-Osmose“

Eine weitere Verfahrensvariante, die immer wieder in mehr oder weniger modifizierter Weise auftaucht, ist die „Trockenlegungsart“ mittels „Elektro-Osmose“ (mittels elektrischer Energie soll das Wasser in das Erdreich zurückgedrängt werden) oder anderer elektrophysikalischer Methoden.

Dabei sind viele Parameter entschlüsselt, die „Saugfähigkeit“ der meisten Baustoffe ist gut erforscht. Diese ergibt sich aus den Parametern:

  • Anzahl der Verzweigung der Kapillaren
  • Durchmesser, nach Größe und Häufigkeit eingeteilt
  • Oberflächenbenetzung dieser Kapillaren

Weitere Fakten sind bekannt. Aus praktischen Versuchen lässt sich ermitteln, in welcher Zeiteinheit, wieviel Liter Wasser „aufgesaugt“ werden, und außerdem, wie hoch diese Feuchtigkeit, in welcher Zeit aufsteigen kann. All das sind klassische physikalische Werte.

Die Ergebnisse haben für jedermann Gültigkeit und sind nachvollziehbar. Praktische Versuche von Fachleuten bestätigen diese Ergebnisse eindeutig. Um diese Verfahren nicht weiter aufzuwerten, sollte vorab gesagt werden, dass diese in der Praxis nicht funktionieren. Es ist trotzdem erstaunlich wie viel „Fachleute“ auf diesen Hokuspokus immer wieder hereinfallen. Das Verfahren ist nur deshalb so ausführlich beschrieben, damit auch der fachlich in der Elektrophysik nicht so gut ausgebildete Hausbesitzer versteht, um was es geht, und selbst entscheiden kann, auf was er sich einlässt.

Für Spezialisten zum Weiterlesen!

Wenn die „ Kraft „  der  Saugfähigkeit ermittelt wird, ergibt sich aus den vorgenannten Fakten rein rechnerisch eine Saugleistung, die im Idealfall nur durch eine Gegenspannung von über 60 Volt kompensiert werden könnte. Es kann jetzt durchaus diskutiert werden, ob nun 30 oder 90 Volt richtig sind. Auch einem Laien wird klar, dass eine Umkehrung dieser Saugfähigkeit erforderlich ist. Das bedeutet in jedem Fall, daß eine größere Kraft aufgewendet werden muss als die der Saugfähigkeit. Es ist somit absoluter Nonsens, mit irgendeinem elektrophysikalischen Verfahren, dessen Leistung z.B. 5-10 Volt geringer ist als die der Saugfähigkeit, einen signifikanten Effekt erreichen zu wollen. Außerdem ist schon von Betrug zu reden, wenn mit sogenannten Erdstrahlablenkgeräten zum Teil primitivster Bauart eine Trockenlegung versprochen wird.

So gibt es noch andere Fakten, die bekannt sind, und die eine Funktion verhindern; diese werden nur kurz erwähnt z.B. das Zetapotential, eine den Fachleuten bekannte Größe. Das Zetapotential entsteht dadurch, wenn Flüssigkeit in einer Kapillare transportiert wird. Dabei wurde aber festgestellt, das die Effekte des Saugens bei Ziegel und Kalkmörtel in einem umgekehrten Verhältnis zueinander stehen.

Eine weitere Problematik ergibt sich aus dem bekannten Effekt, dass Wasser bei Anlegen von Spannungen von über 1,3 Volt zersetzt wird.  Es zu einer Aufspaltung; an der Anode entsteht nasszierender Sauerstoff (sehr aggressiv) deswegen kommt es sofort zu einer Korrosion der Elektroden und an der Kathode wird Wasserstoff ( ab 4%  Konzentration in der Luft liegt explosives Knallgas vor) erzeugt.

Nun gibt es einige Sicherheitsbestimmungen, die auch am Bau einzuhalten sind, weil bei der Zersetzung von Wasser auch Wasserstoff produziert wird. Dieses Gas ist leichter als Luft; es muss dafür gesorgt werden, dass diese Räume ausreichend be- und entlüftet werden. Diese Anlagen unterliegen auch den Bestimmungen der VDE-Vorschriften.

Aber all dies interessiert die Vertreiber solcher Anlagen offenbar nicht. Doch keine Patentanmeldung, auch keine goldene Erfindermedaille von der Messegesellschaft „X“ und erst recht kein Referenzschreiben des Herrn Pfarrer „Y“ aus „Z“ kann Fakten aus der Welt schaffen. Ebensowenig hilft eine schöne Urkunde mit einer sehr langen Gewährleistungszeit.

Es stellt sich hier die Frage, ob die Vertreiber wirklich wissen, was sie tun, oder ob sie einfach zu ungebildet sind. Ist vielleicht in manchen Fällen dass Wunschdenken stärker als die Vernunft? sehr oft fällt jedoch auf, daß diese  Firmen schon wissen, was sie tun. Für den Hausbesitzer wird es jedoch problematisch, wenn er auf solche Verfahren hereinfällt.

Überraschungen sind programmiert!

Ein namhafter Hersteller hat 1995 in einer Broschüre für ein neues Injektionsmittel darauf hingewiesen, dass die meisten der auf dem Markt bekannten Produkte, die bisher eingesetzt wurden, entweder feuergefährlich, geruchsbelästigend, überteuert oder sogar extrem gesundheitsschädlich waren. Die erheblichen Preisunterschiede stören angesichts dieser beängstigenden Auflistung kaum.

Nicht alle Injektionsmittel sind jedoch für die Unterbrechung der kapillaren Saugfähigkeit geeignet. Die Produkte, die heute angeboten werden, sollten von unabhängigen Prüfinstituten auf einwandfreie Funktion und Unschädlichkeit genau geprüft sein.

Neben den Hinweisen der Materialhersteller gibt es noch weitere Möglichkeiten, sich zu informieren, welche Produkte, Firmen und Berater weiterhelfen können.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Während bei mechanischen Trennungen eine sofortige Kontrolle des Erfolges (Motto: „Was abgeschnitten ist, wird auch trocken“) nachvollziehbar ist, ist dies bei Injektionsverfahren nicht so einfach möglich.

Im Labor funktionieren diese Verfahren meistens gut. Am Objekt ist eine Überprüfung des Erfolges oft erst Jahren möglich, bei ungeeignetem Einsatz leider auch der Mißerfolg.

  1. Zu den Risiken

3.1 Erschütterungen, Setzungen und Rissbildung

Ein Verfahren, das hundertprozentig gegen alles hilft, dazu noch und außerdem preisgünstig ist und keinen Eingriff in das Mauerwerk notwendig macht, gibt es auch bei der Mauerwerktrockenlegung nicht. Es werden immer Kompromisse zu schließen sein. Entscheidend dabei ist  immer Aufwand und Ergebnis.

So ist es z.B. dringend notwendig, darüber zu diskutieren, ob es ein erschütterungsfreies Verfahren gibt. Auch das Bohren von Mauerwerk kann nicht ohne Erschütterung ausgeführt werden. Ähnlich dem Zertrümmern von Ziegelsteinen mittels eines Abbruchhammers werden dabei in etwa gleiche Kräfte freigesetzt und „erschüttern“ das Mauerwerk.

Nur bei Holz oder Metall werden die Löcher durch Spanen erzielt. Bei der Bohrung eines Lochs mit  3 cm Durchmesser schlägt der Bohrkopf  jeweils eine Fläche von > 5 cm² auf den Stein, um diese Fläche zu zertrümmern. Dies kann einfach nicht erschütterungsfrei sein. Eine ähnliche Belastung wird auch durch das Einschlagen von Chromstahlplatten erzielt. Bei einer Plattenbreite von 30 cm und einer Materialdicke der Platten von 1,5 mm ergeben sich ebenfalls 4,5 cm² Einschlagfläche, und das muss eben überwunden werden. Wobei es sicher von Vorteil ist, wenn der Mörtel weicher ist.

Ein Nachteil beim Einschlagen der Chromstahlplatten ist die Lärmbelästigung. Da es sich ansonsten aber um ein sehr sicheres Verfahren handelt, kann man diese kurzfristige Störung akzeptieren.

3.2  Bewertung der „Erschütterungen“

Wer heute einem Bauherren einzureden versucht, dass das Mauersägeverfahren völlig erschütterungsfrei ist, macht keine  korrekten Angaben.

So ist beim Sägen weniger das Problem des direkten Angriffs der „Sägezähne“ entscheidend, sondern vielmehr die Entlastung des Mauerwerks einerseits und die Schwingung des Sägeblattes andererseits. Beim Durchschneiden von z. B. 60-70 cm dicken Mauern muss der Sägeblattdurchmesser schon mehr als 150 cm betragen. Dabei tritt eine doch ganz erhebliche „Erschütterung“ bereits bei sehr geringer Unwucht auf.

Bei manchen Baustoffen ist das Sägen nur mit Wasserkühlung bzw. Wasserspülung möglich und deswegen nicht überall problemlos einsetzbar.

Beim Trennen (Herstellen eines Hohlraumes) ist noch zu bemerken, dass durch die unterschiedlichen Belastungen eines alten Gebäudes, durch Setzungen oder Nutzungsänderungen, unterschiedliche Lasten eintreten können. Diese weichen oft erheblich von den rein rechnerisch ermittelten Lasten ab. Nach einem Sägeschnitt kommt es an einigen Stellen im Gebäude zu einer Entlastung und an anderen Stellen zu einer Mehrbelastung.

Die Verteilung der Lasten wird, bedingt durch den Sägeschnitt, kurzfristig durch Auskeilen und Auspressen vom angrenzenden Mauerwerk aufgefangen. Andere Be- oder Entlastungen können jedoch nicht wieder aufgebaut werden.

Es wird sich ein neues „Gleichgewicht“ einstellen. D.h. konkret: An Bereichen, wo gegenwärtig mehr Lasten sind, werden weniger und wo weniger waren, werden mehr. Durch diese neue Belastung kann es durchaus zu Entspannungen oder Rissen im Gebäude kommen. Diese Risse können auch noch zu einem späteren Zeitpunkt auftreten.

3.3  Risse im Gebäude

Es soll an dieser Stelle erwähnt werden, dass selbst kleine Risse an einem Gebäude sicherlich einen Schaden (Mangel) darstellen, jedoch wird dieser oft überbewertet. Wer alte Häuser genauer inspiziert, wird auf der Such nach kleinen Spalten und Rissen schnell fündig. Insbesondere in Sturzbereichen, an Türen und in Fensternähe sind Risse immer sichtbar.

Wenn Spundwände in unmittelbarer Umgebung des Gebäudes eingerammt werden, treten allerdings wesentlich mehr Erschütterungen und Rißgefahren auf.

Auch beim Verdichten von Baugruben oder im Straßen- und U-Bahnbau sind erhebliche Belastungen auch noch in der weiteren Umgebung festzustellen.

Wenn Sie mit Anbietern darüber diskutieren, welche Verfahren sicher sind, werden Sie schnell feststellen, dass die Argumente dieser Anbieter meistens darauf abzielen, nur ihre Verfahren seien gut, während sie alle anderen Verfahren und Firmen jedoch negativ bewerten. Diese seien zu teuer, sie beschädigten das Haus, es gäbe Risse usw.

Größte Vorsicht ist sicher gegenüber solchen Anbietern geboten, deren Argumentation nur auf langjährige Garantie aufgebaut sind und die mit eindrucksvollen Urkunden werben.

Die besten Referenzen nützen wenig, wenn Sie nicht mindestens einen Zeitraum von 5-10 Jahren abwarten, denn vorher ist eine Überprüfung nur in den seltensten Fällen möglich. Wer weiß schon, wie das Objekt vorher „belastet“ war.

4  Die Wahl  des geeignetsten Verfahrens und einer zuverlässigen Fachfirma

Wer hilft bei der Lösung der Pro­bleme, näm­lich einen feuch­ten Keller tro­ckenzulegen oder eine Quer­schnitts­abdich­tung gegen auf­stei­gende Feuch­tig­keit im Mauer­werk her­zu­stel­len oder den Haus­schwamm­scha­den zu be­seiti­gen?

Natürlich kann man sich an die Hand­werks­kam­mern, Bau­innun­gen, Ver­brau­cher­ver­bände oder an das Bau­zen­trum in der Radlkoferstrasse 16;  Mün­chen wenden.  Sie sollten  Ihre Erwartungen allerdings nicht zu hoch ansetzen . . .

Doch ist es sicher nicht aus­rei­chend, sich drei oder vier Firmen aus dem Bran­chen­buch heraus­zu­suchen. Eine sorgfältige Schadensuntersuchung tut not, als nächstes die Wahl eines geeigneten Verfahrens zur Abhilfe.

5  Eine neue Berufung: Fa­chin­genie­ur für Alt­bau – In­stand­set­zung

In den Fach­hoch­schu­len wird erst seit weni­gen Jahren auf die chemischen und physikalischen Aspekte der Alt­bau­sanie­rung eingegangen. Der Erfahrungsschatz ist also noch eher spärlich. Es bleibt Ihnen also nicht er­spart, nach wie vor viel Zeit dafür auf­zu­wenden, die rich­tige Firma aus­zu­suchen! Be­dienen sich erfah­rener freier Ingeni­eure oder Archi­tekten, wobei Sie sich zuvor die von ihnen be

 

reits sanier­ten Ob­jekte genau an­sehen soll­ten.

Erkundigen Sie sich auch bei Nach­barn und Bekannten, die bereits einschlägige Erfahrungen in Sachen Mauertrockenlegung gemacht haben, wie ab­gedich­tet wurde und wie hoch die Kosten waren. Ob aller­dings ge­nau die glei­chen Voraus­set­zungen wie an ihrem Objekt vor­han­den sind, ist nicht so ein­fach zu er­mit­teln. Selbst wenn zwei Häuser in der glei­chen Straße Feuch­te­schä­den auf­weisen, muss es nicht die glei­che Ursache haben.

Edmund Bromm

6        Literatur

WTA (Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V.) Merkblatt (Nr. 4.4.96) Mauerwerksinjektion.

Geschäftsstelle: Edelsbergstr. 8, 80686 München, Tel.089 / 57869727; Fax. 089 / 57869729

Kurzfassungen aller Merkblätter sind im Internet abrufbar: http://www.wta.de.

e.mail wta@wta.de

 

Neue Termine zum Thema Schimmel- und Feuchteschäden

Link

Informationen zum Thema: Schimmel in der Wohnung: Vermeiden – Beseitigen – Sanieren.

Schimmel vermeiden durch richtiges Lüften und Heizen

Edmund Bromm, Sachverständiger / Bauzentrum München

http://www.muenchner-fachforen.de/jdownloads/2016/2016_11_12_Fachtag_Schimmel/16_bromm.pdf

 

Außerdem:

Jeden Dienstag ab 16 Uhr können Sie sich zu diesem Thema „Gesundes Wohnklima“ beraten lassen.

Aber auch zu Hausschwamm und Trockenlegung von Gebäuden; Abdichtungen; Kellerinstandsetzung sowie Umbau erhalten Sie Tipps wie Sie hier vorgehen sollen.

Welche Abdichtungsarbeiten sind im Keller machbar/notwendig?

Immer wieder gibt es heftige Diskussionen welche Abdichtungsarbeiten im Keller notwendig sind.
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Wenn Keller an der Innenseite feucht sind, dann empfehlen sehr viele Fachleute: da hilft nur außen Aufgraben, Abdichten, Einbauen einer Drainanlage und dann auch noch alles mit einer Wärmedämmung versehen usw..
Vorab sollte jedoch immer genau geprüft werden, woher denn die Feuchte kommt?
Denn dies muss nicht immer von außen sein!
Diese Feststellung ist jedoch nicht einfach, und ich kämpfe oft gegen viele alte Vorurteile. Wenn ich ein feuchtes Objekt besichtige, stelle ich oft fest, dass eine Abdichtung überhaupt nicht möglich ist. Interessant ist, kaum jemand weis, gegen welch drückendes Wasser (theoretische Höhe) sollte abgedichtet werden und dann, auch noch wie?
Denn wenn eine Abdichtung (je nach Lastfall) sinnvoll sein sollte, so müsste man auch darüber diskutieren, wie hoch denn das Wasser an der Außenseite anstehen könnte.
Aber auch wie unter dem Haus eine Ergänzung dieser Abdichtung hergestellt werden könnte. Viele Hausbesitzer wissen überhaupt nicht, ob Stauwasser entstehen kann und kennen auch die Grundwasserstände nicht.
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Meine erste Frage ist oft, wie hoch steht das Wasser im Keller?
Die Antwort ist meist – Wasser steht nicht im Keller, „nur“ die Wände sind feucht.
Dies wird dann davon abgeleitet, dass Wasser eindringen muss, wenn innen die Wände feucht sind. Dass es auch noch andere Möglichkeiten von Feuchteschäden im Keller gibt, ist oft erst nach einer längeren Diskussion verständlich.
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Ein Beispiel aus meiner Praxis.
An einem großen Gebäudekomplex in der Bundeshauptstadt wurde die Planung für die Abdichtung von einem namhaften Planungsbüro durchgeführt. Bei der Diskussion ergab sich dann, dass die Abdichtung so ausgeführt werden solle, dass diese einen Wasserdruck von 1,5 Meter standhalten müsste. Dies auch deswegen, weil in unmittelbarer Nachbarschaft ein Wasserlauf war.
Dieses Gebäude war aus Ziegelstein gemauert und es war schon vorgesehen, dass als Abdichtung im Mauerwerkquerschnitt die Abdichtung mit Chromstahlplatten ausgeführt werden sollte. Nun ist zwar das Verfahren durch Eintreiben der Chromstahlplatten als eines der sichersten Verfahren gegen kapillare Saugfähigkeit anzusehen. Es ist jedoch nicht geeignet, um eine Abdichtung im Querschnitt gegen Wasserdruck herzustellen. Da Wasser (als Flüssigkeit) ja durch die Anschlussfugen zwischen den Chromstahlplatten eindringen könnte. Des weiteren wurde diskutiert wie dem Wasserdruck von 1,5 Meter Wassersäule entgegen gewirkt werden könnte. Dabei ergab sich, dass zumindest im Bo-denbereich eine 75 cm starke Betonplatte eingebaut werden müsste um diesem Druck stand zu halten. Außerdem müssten auch die Wände in einer Art Wanne nach den statischen Erfordernissen wasserdicht angeschlossen werden. All diese Maßnahmen waren jedoch sowohl räumlich als auch technisch als sinnwidrig bezeichnet worden.
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Bei der weiteren Debatte ergab sich, dass auch eine Abdichtung mit anderen Verfahren und Produkten nicht besser abschneiden könnte.
Nach dieser Diskussion habe ich mir erlaubt zu fragen, wie oft der Keller im Laufe der letzten Jahre mit den Problemen eindringenden Wassers belastet wurde, dabei stellte sich heraus, dass in den letzten 100 Jahre nie Wasser eingedrungen ist. Hierbei zeigt sich natürlich wieder ganz deutlich, dass al-leine wegen der spekulativen Stauwasserhöhe ein nicht zu vertretender Aufwand betrieben worden wäre.
Es gab noch viele Diskussionen, aber ich konnte mich letztendlich durchsetzen, dass dann auf eine Abdichtung, sowohl im Mauerwerksquerschnitt als auch gegen aufstauendes oder drückendes Was-ser ganz zu verzichten ist.
Stattdessen konnte ich den Vorschlag einbringen, dass eine Instandsetzung mit dem I-Bau-System © geeignet ist. Dabei handelt es sich um eine Instandsetzung der durch Feuchte und Salz geschädigten Wandinnenseite. Durch das Aufbringen einer dampfdichten Folie mit einem aufgebrachten Putzträ-ger – auf den dann in der Regel mit Sanierputz eine trockene Oberfläche herzustellen ist.
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Eine Abdichtung an der Außenseite, sowie an der Unterseite im Mauerwerksquerschnitt könnte zwar auch eine „trockenere“ Wand ergeben. Es bleibt die Frage, ob dies nachträglich technisch überhaupt herzustellen ist?
Dabei ist zu berücksichtigen, dass trotz dieser sehr teuren Maßnahme (Abdichtung von außen) an der Innenseite die gleiche Problematik, nämlich die Tauwasserentstehung und damit der Wechsel zwi-schen – feucht und trocken – weiterhin stattfinden würde, was zu den bekannten Problemen führt. Nämlich, dass durch diesen Wechsel, Salze
a) Feuchtigkeit (hygroskopisch) aufnehmen, und
b) beim Abtrocknen einen sehr hohen Druck durch die Kristallisation aufbauen werden und weiterhin die Oberflächen zerstören bzw. schädigen.
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Der Bierkrug im Sommer gibt ein gutes Beispiel.
Um zu verdeutlichen welche Problematik gelöst werden muss, gebrauche ich gerne den Vergleich: Man denke an einen schönen Biergarten, vor sich eine schöne kühle frische Maß und jedem wird so-fort klar, dass der Maßkrug an der Außenseite beschlägt, d.h. es entsteht sehr schnell Tauwasser auf Grund der Feuchte in der warmen Luft und der kalten Oberfläche des Kruges. Wobei kein Mensch auf die Idee käme, diesen Krug an der Innenseite abdichten zu wollen, um an der Außenseite das Tauwasser wegzubringen.
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Neben den vielen eigenen Messungen, sowohl der Temperaturen als auch der Feuchte in Kellern, verweise ich insbesondere auf Arbeiten von Herrn Prof. Dr. J. Dreyer und Herrn Dr. Clemens Hecht von der TU in Wien.
Denn daraus ergibt sich eindeutig, dass es bei Feuchteschäden im Keller sehr oft „nur“ Tauwasserprobleme sind.
Außerdem kam Prof. Dr.- Ing. L. Weichert (ehemals Universität der Bundeswehr München), bei Feuchte,- und Temperaturmessungen an Gebäuden, ebenfalls zu solchen Resultaten.
Deren Ergebnisse sind bei meinen Überlegungen entscheidend mit eingeflossen, nach abwägen von Aufwand und Ergebnis, und insbesondere der Kosten eine Instandsetzungen „nur“ noch von innen durchzuführen.
Daraus kann auch abgeleitet werden, wenn es gelingt, dass die Salze in Lösung bleiben (die Mauer also feucht bleibt) und auch die damit zusammenhängenden Kristallisationsprobleme an den Oberflächen wegfällt und außerdem die Feuchteabgabe in dem Raum verhindert wird, dann sind diese Keller hochwertig zu nutzen. Im Bedarfsfall ist es ohne Problem auch eine Wärmedämmung in das System einzubauen.
Nur Nichtfachleute suggerieren den Hausbesitzern, dass durch die Feuchte, die Wände bzw. Mauern geschädigt werden. Es werden nur Ängste geschürt, es stimmt einfach nicht, denn weder der Ziegel noch der Mörtel fault. Logisch ist aber auch, dass es hinter Sanierputzsystemen (auch mit Dichtschlämmen) auch feucht bleibt. Wände „atmen“ schließlich die Feuchte nicht aus.
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Noch ein Beispiel aus meiner Praxis:
1994 landete eine sehr umfangreiche Ausschreibung für die Instandsetzung der „neuen“ Architektenkammer Bayerns auf meinem Schreibtisch.
Darin war – wie bei solchen Vorhaben üblich – davon die Rede, „das Gebäude außen aufzugraben, eine neue Abdichtung und eine Wärmedämmung aufzubringen…“ usw. Um ein Angebot für die Abdichtungsarbeiten auszuarbeiten, begab ich mich zur genaueren Inspektion vor Ort.
Es handelte sich um ein Gebäude aus 1906 mit mehreren Anbauten, einer überdachter Auffahrt, so-wie einer großen Terrasse und Treppenaufgängen mit schönem Natursteingeländer.

Architektenkammer München in der Waisenhausstrasse

Ich stellte fest, dass die Arbeiten gemäß der Ausschreibung nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand durchführbar wären. Außerdem habe ich darauf hingewiesen, dass immer die Gefahr besteht, wenn außen aufgegraben wird, eine Entlastung durch den Anpressdruck (aber auch durch die fehlende Auflast) entsteht, und erst recht durch das Verdichten beim Auffüllen Verschiebungen der Wand aber auch Risse auftreten können.
Deswegen machte ich den Alternativvorschlag, das Gebäude mit dem von mir entwickelten I-Bausystem© nur von innen zu bearbeiten. Dieses besondere System bietet ein neues, außergewöhnliches Verfahren für die Trockenlegung und Instandsetzung feuchter Keller, die gegenüber den althergebrachten Methoden neben Zuverlässigkeit und erheblich geringerem finanziellen Aufwand eine Vielzahl weiterer Vorteile hat.
Es war nicht einfach, beim Bauherrn eine Lösung durchzusetzen, die der traditionellen Methode widersprach. Letztendlich jedoch konnte ich ihn vollends von den Vorzügen des  I-Bausystems überzeugen. Dabei waren nicht nur die nicht unerheblichen Kosteneinsparungen von ca. € 900.000 (da die Außenbauteile nicht ab- und wieder angebaut werden mussten), sondern auch die kürzere Bauzeit und schnellere Wiedernutzung wichtige Entscheidungshilfen.
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Seit der Instandsetzung ist der gesamte Kellerbereich als hochwertiger Bürobereich und zum Teil als Wohnung genutzt.
Letztendlich wird die seit über 25 Jahren gemachte Erfahrung mit dem I-Bausystem bestätigt, dass durch eine sogenannte Innen-Instandsetzung die Mauer, aber auch der Beton zwar feucht bleibt, aber damit eine kostengünstige und sichere Sanierungsmöglichkeit möglich ist.

In diesem Zusammenhang ist auch zu fragen, was hilft in einem solchen Fall eigentlich eine Drainanlage?
Hierzu wird auch sehr oft kontrovers diskutiert.
Ab wann ist eine Drainanlage sinnvoll?
Ab wann ist ein Kiesgraben immer eine sinnvolle Maßnahme und auch eine Verbesserung?
In den letzten Jahren wird sehr oft auch bei alten Gebäuden um das Haus aufgegraben und eine Drainanlage eingebaut, sowie ein Kiesgraben bis zur Oberkante Gelände hochgezogen und dies alles führt sehr oft eher zu einer Verschlechterung als zu einer Verbesserung.
Vorab muss erwähnt werden, dass die Abdichtungsnorm DIN 18195 auch einen Hinweis auf eine einzubauende Drainanlage nach DIN 4095 vorsieht. Es ist jedoch auch klar, dass diese Normen nur für den Neubau gelten und auch nur dann, wenn feststeht, dass es darum geht, Abdichtungen vor erhöhtem Wasserdruck zu schützen.
Ganz andere Überlegungen müssen bei einem alten Gebäude mit einfließen und auch abgewogen werden.
Sehr oft wird bei einer nachträglichen Instandsetzung mit einer Drainanlage der gewünschte Effekt – „ein trockener Keller“ nicht erreicht, bzw. manchmal auch das Gegenteil bewirkt, insbesondere bei alten Gebäuden.
War bisher Erdreich – und Humus am Haus, durch diese konnte nur sehr wenig Wasser eindringen. Nach dem Herstellen eines Kiesgrabens und einer Drainanlage wird das Wasser von der Oberfläche und auch das Regenwasser von der Fassade regelrecht „angesaugt“ und um die gesamte Hauslänge verteilt.
Dies führt oft dazu, dass an allen Stellen d.h. rund ums Haus Feuchtigkeit in erhöhtem Maße vorhanden ist. Es ist immer nur ein Wunsch, dass das Wasser durch die Drainanlage nur abläuft.
Wer jedoch wie ich, sich lange genug mit dieser Thematik beschäftigt weiß, dass sich Drainanlagen, aber auch der Kies mit Pflanzen und Schmutz oft zusetzen. Ob dann noch der gewünschte Erfolg möglich ist bleibt fraglich.
Ebenso findet dann, wenn Kies als Auffüllung eingebaut wird, in den oberen Randbereichen ein ständiger Wechsel zwischen feucht und trocken – nicht nur über das Wasser, sondern auch über die Kondensation statt. Dieser Wechsel zerstört oft die mit Sockelputzen ausgeführten Bereiche.

Und weiter kann beim Wiederauffüllen und dem Verdichten oft ein größerer Schaden durch die Vibration des ganzen Hauses entstehen.
Beim Verdichten entstehen beträchtliche – auch seitliche Drücke, und können die Wand eindrücken aber auch vom Auflager verschieben. Dies kann auch wieder zu einer Undichtigkeit führen.
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Es ist also nicht ganz so einfach, immer das Richtige zu tun.
Es bleiben sicher noch genügend offene Fragen.
In all diesen Fällen ist es auch wichtig zu untersuchen, ob es sich um Stau,- oder gar um drückendes Wasser handeln kann.
Eine genaue Prüfung z.B. nach Merkblatt WTA* ist sicher besser als der oft erwähnte Spruch – „das haben wir schon immer so gemacht“.

Abdichtungen – was geht – was nicht

Aktuelles

Veröffentlicht am von 

 

 

13 Januar  Bauzentrum München 18 Uhr

Infoabend zum Thema Schimmelbekämpfung

Der Eintritt ist kostenlos

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weitere Termine: VHS München Pasing

15 Januar 18 Uhr

Dazu noch etwas Information

„Vorsicht Schimmel“

In den letzten Jahren nimmt die Problematik mit den Schimmelpilzen stark zu.

Kaum eine Woche ohne spektakuläre Berichterstattung in den Medien.

Wieso ist dieses Thema so aktuell?

Es wird ständig „modernisiert“. Wir verändern fortwährend unsere Wohnungen ohne darüber nachzudenken welche Auswirkungen dies haben kann. Die „alten“ Baumaterialien werden durch „moderne“ ersetzt. Neue Fenster werden eingebaut, die neuen Möbel werden genau eingepasst, die Heizung wird erneuert. Alles wird noch mit gut deckenden Farben neu gestrichen und außerdem alle Fenster mit raumhohen Vorhängen ausgestattet usw.

Es ergeben sich Veränderungen in den Wohngewohnheiten, unabhängig von den Energiekosten.

Z. B. bleibt das Schlafzimmer oft kalt, während die übrigen Räume schön warm gehalten werden. Jedoch kommt durch den Luftaustausch (die Türe bleibt am Abend offen) die Feuchte von den warmen Räumen auf die kalten Oberflächen und schon entsteht Tauwasser.

Weil wir uns immer mehr mit Allergien und Krankheiten auseinandersetzen müssen, soll dieser Aufsatz dazu beitragen, dass die Thematik sachlicher betrachten werden kann.

Die Streitigkeiten zwischen den Parteien nehmen ständig zu. Die Gerichte, Anwälte und Sachverständige verdienen sich eine goldene Nase. Sie kennen sicher genügend Beispiele – ob sie nun Vermieter oder Mieter sind.

Sie wissen auch, wie hilflos man ist, wenn man fachliche Hilfe braucht. Sie fragen drei „Fachleute“ und erhalten vier Meinungen.

Heute ist es leider üblich geworden, Geschäfte mit der Angst der Menschen zu machen.

Dabei wird nicht mehr auf das Einzelproblem eingegangen, sondern oft nur pauschaliert. Es gibt jedoch Menschen die sind gegen alles Mögliche, auch gegen eine ganz bestimmte Art von Schimmel allergisch. Dies sollte jedoch nur der Facharzt ermitteln und nicht jeder „Sanierer“, auch dann nicht, wenn er sich als „Baubiologe“ ausgibt.

Wie „gesundheitsschädlich“ ist der Schimmel?

Es gibt viele Menschen die dauernd mit Schimmel zu tun haben. Ich denke,  jeder kann sich vorstellen, ein Gärtner oder Landwirt hat ständig mit Schimmel zu tun und wird nicht gleich erkranken. Genauso haben wir mit Schimmel zu tun, wenn wir einen Spaziergang im Frühling oder Sommer im Wald unternehmen. Hier gibt es Schimmel ohne „Ende“, sollten wir darauf verzichten? Und, es gibt auf der ganzen Welt keinen schimmelpilzfreien Bereich, denn auch dieser gehört zu unserem Leben.

Freilich, er sollte nicht im Schlaf- oder Kinderzimmer gezüchtet werden. Aber wie so oft sind auch hier, die Befallsfläche und die Zeit (der Aufenthalt in solchen Räumen) entscheidend.

Schimmelbefall ist immer auch ein hygienisches Problem, das umgehend beseitigt werden soll. Der menschliche Organismus kann normalerweise mit Schimmelpilzen gut fertig werden.

Durch starken Schimmelbefall in Wohnungen können jedoch unzulässig hohe Konzentrationen entstehen. Nun gibt es Menschen mit geschwächtem Immunsystem und für diese kann eine Gesundheitsgefahr bestehen. Es kann zu Atemwegsleiden und Allergien führen.

Kleinere Flächen sind einfach mit 70%igem  Alkohol „umweltfreundlich“  zu bekämpfen.

Nachdem der Schimmel mit einfachen Hausmitteln bekämpft wurde, hört man oft, es hilft nicht, weil dieser nach kurzer Zeit wieder auftaucht.

Bei idealen Bedingungen für das Wachstum ist dies durchaus möglich. Einige Arten können über Nacht wieder wachsen. Wenn man dies voraussetzt, so wird auch klar, warum die so genannten harmlosen, einfachen Präparate immer wieder in Verruf kommen, aber Firmen die ihre Produkte, auf Grund ihrer fungiziden Einstellung oder mit relativ giftigen Substanzen herstellen, einen wesentlich besseren „Erfolg“ aufweisen.

Es gibt eine Menge von fertig gemischten Produkten in Drogerien, bei Bautenschutzmittelherstellern oder in Baumärkten. Wenn diese „giftfrei“ und auch durch die Behörden geprüft sind, (grüner Engel) sollten sich auch keine Probleme ergeben.

Man sollte und darf bei diesem Thema, nicht übertreiben!

Das Umweltbundesamt hat 2002 ein Merkblatt über die gesundheitlichen Risiken durch Schimmelbefall bei Lebensmitteln veröffentlicht.

Die Feststellung einer Schimmelpilzquelle im Innenraum ist nicht gleichzusetzen mit einer akuten Gesundheitsgefährdung der Raumnutzer!

Das Ausmaß der Gesundheitsgefährdung ist abhängig von der Art des Schadens und der Empfindlichkeit der Raumnutzer und kann im Einzelfall aufgrund fehlender wissenschaftlicher Daten meist nicht genau quantifiziert werden.

Da aus epidemiologischen Studien aber eindeutig hervorgeht, dass mit Feuchteschäden und Schimmelpilzwachstum im Innenraum gesundheitliche Beeinträchtigungen einhergehen können, sollte Schimmelpilzwachstum im Innenraum als hygienisches Problem angesehen und nicht hingenommen werden.

Es sollte auch in diesem Bereich das Vorsorgeprinzip Anwendung finden, nach denen Belastungen zu minimieren sind (Minimierungsgebot), bevor es zu Erkrankungen kommt. (Entnommen aus dem Leitfaden „Vorbeugung, Untersuchung, Bewertung und „Sanierung“ von Schimmelpilzwachstum in Innenräumen.“)

Diese Äußerung nimmt nur einen sehr kleinen Platz in der mit 80 Seiten aufgemachten Broschüre ein. Es wäre sicher auch passender gewesen, statt „Schimmelpilzsanierung“ diese mit „Maßnahmen zur Bekämpfung“ zu beschreiben.

Außerdem gilt – nach wie vor – auch die Aflatoxinverordnung.

Nach dieser sind Höchstmengen von Schimmelpilzgiften (Aflatoxinen) in einer Reihe von Lebensmitteln auf ein bestimmtes Höchstmaß begrenzt. Warum bei dieser Verordnung nur von der Lagerung von Lebensmitteln die Rede ist, ist nicht klar, sind dies doch die gleichen Schimmelpilzarten, die auch an Wand- und Deckenflächen von Tapeten oder Farbanstrichen abgenommen werden. Diese gehören systematisch zur Klasse der Ascomyceten der so genannten Schlauchpilze, und hier wiederum die meisten zur Gattung Aspergillus.

Es ist sicher einfacher zu beschreiben, welch „schönes und vielfältiges“ Gebilde da heranwächst, aber auch wie gefährlich einige Pilze sein können. Schwieriger wird es, wenn klare Angaben gemacht werden müssen, wie der Schimmel erst gar nicht wachsen kann. Hierbei müssen sowohl die Baustoffe aber auch die chemischen und physikalischen Besonderheiten berücksichtigt werden.

Dass viele dieser Schriften jedoch nicht dazu beitragen die Ängste und Übertreibungen einzudämmen, ist für mich offenkundig.

Trotzdem ist eine Bekämpfung des Pilzes in Wohn- und Aufenthaltsräumen geboten, da einige Vertreter der Schimmelpilze in der Lage sind, Toxine (giftige Substanzen) zu bilden. Und es ist auch bekannt, dass einige Menschen gegen eine bestimmte Art dieser Pilze allergisch reagieren können.

Wenn man die Medien studiert, wird für die Schimmelbekämpfung alles Mögliche eingesetzt und auf der Krankmacherwelle geritten. Durch Zeitschriften für den Haus- und Grundbesitzer und auch im Internet wird versucht, mit den Ängsten der Menschen das schnelle Geld zu machen.

Auch bei sehr einfachem Befall, z. B. hinter einem Bild wird ein dunkler Fleck gesichtet, wird sofort mit schwerem Geschütz dagegen gehalten. Auch viele „Sachverständige“ bieten ihre Hilfe an, eine genaue Untersuchung der Schimmel vorzunehmen und die notwendigen (aber oft nicht gerechtfertigten) Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Ich besuchte vor kurzem eine Veranstaltung, bei dieser wurde allen Ernstes behauptet: „zur Bekämpfung des Schimmelbefalls muss der gesamte Putz mit abgeschlagen werden“. Hier wurde mit Sicherheit übertrieben. Schimmel kann normalerweise im Verputz nicht wachsen. Dieser kann auch ohne den Verputz zu erneuern „ausgemerzt“ werden.

Woher kommen die Schimmelpilze?

Schimmelpilze sind an der Zersetzung von organischem Material beteiligt und spielen damit eine wichtige Rolle im Kreislauf der Natur. Ihre Konzentration in der Außenluft ist je nach Ort, Klima, Tages- und Jahreszeit großen Schwankungen unterworfen.

Diese Schwankungen werden durch natürliche Einflüsse hervorgerufen, beispielsweise durch Änderung der Temperatur und Feuchtigkeit im Jahresverlauf sowie durch Abhängigkeit von der geographischen Lage, Ansammlung von verrottendem Material oder Aufwirbelung von Erde.

Weiterhin können Schimmelpilze auch durch Produktionsprozesse freigesetzt werden, wie z.B. in Kompostierungsanlagen, Wertstoffsortierungsanlagen, Tierhaltungsanlagen oder in der Forst- und Landwirtschaft.

Das Schimmelpilzwachstum im Innenraum wird hauptsächlich durch drei Faktoren bestimmt: Feuchtigkeit, Nährstoffangebot und Temperatur.

Weitere Faktoren, die das Wachstum oder bestimmte Stoffwechselvorgänge beeinflussen können, sind der pH-Wert des Substrates, Licht (Sporenbildung), der Sauerstoffgehalt der Luft sowie chemische Substanzen.

Schimmelpilze können in einem weiten Temperaturbereich (ideal sind jedoch 18-25°) wachsen.

Diese brauchen jedoch immer auch einen Nährboden!

Durch Feuchtigkeitszufuhr beginnen organische Substanzen zu faulen. Im Keller werden auf dem feuchten Boden Kartons, Papier und Holz gelagert. Es bilden sich Moderfäulepilze. Diese Pilze wachsen und vermehren sich in rasantem Tempo – denken wir nur an altes Brot. Der so genannte Pilzrasen ist aber auch auf anderen Lebensmitteln oder auf Tapeten durch seine blaugrünen, bräunlichen oder weißen und schwarzen Flecken erkennbar. Die sichtbaren Teile der Pilze sind vergleichsweise harmlos und leicht zu entsorgen. Das Mycel, das Pilzgewebe also, ist dagegen meist unter dieser Oberfläche tief eingedrungen. Die Pilzsporen verteilen sich überall in der Luft.

Ursachen für Pilzbefall

In vielen Fällen ist eine ungenügende Wärmedämmung des Mauerwerks und das dadurch entstehende Kondenswasser die Ursache für das Wachstum. So sind beispielsweise Dächer und Keller nicht oder nur ungenügend gedämmt. Balkonplatten sind nicht thermisch getrennt, Fugen und Anschlüsse sind undicht, es kommt zu Wärmebrücken. „Aufsteigende“ Feuchte und fehlerhafte Anstriche (außen aber auch innen) etc. tun ein Übriges zur Begünstigung der Tauwasserbildung und somit der Vermehrung des Pilzbefalls.

Wie eingangs aufgeführt sind auch andere Einflüsse insbesondere Möblierung; Nutzung sowie Heizungsanordnung usw. entscheidende Parameter ob Pilze sich auf Wand- und/oder Bodenflächen entwickeln können. Es hängt weiter auch davon ab, ob die für ihr Wachstum nötige Feuchtigkeit – ausreichend lange – im Bereich der Tapeten bzw. des darunterliegenden Wandputzes enthalten ist.

 

Bauphysikalische Ursachen für Schimmelbildung in Wohngebäuden und Tauwasserausfall.

Wird Luft mit einem bestimmten Wassergehalt abgekühlt, wobei der Wassergehalt (in g/m³) zunächst der gleiche bleibt, dann steigt mit der Abkühlung die relative Feuchte, da der maximal aufnehmbare Wassergehalt der Luft abnimmt. Die Abkühlung der Luft ist bei gleichem Wassergehalt solange möglich, bis die relative Luftfeuchte 100 % beträgt, dann ist der Taupunkt erreicht. Bei weiterer Abkühlung fällt die überschüssige Feuchtigkeit als Tau, Regen oder Nebel aus.

Beispiele dafür sind: Tauwasserbildung an der Oberfläche eines Bierglases in einem Biergarten. Hier läuft jede Menge Wasser herunter. Oder Brillenträger kennen den Effekt, wenn sie einen warmen Raum betreten.

Die Hausfrau schimpft, wenn wir eine kalte Flasche aus dem Kühlschrank nehmen und auf den Tisch stellen, usw.

Der gleiche Effekt tritt ein, wenn Tauwasserbildung an kalten Oberflächen z.B. Fensterscheiben bei niedrigen Außenlufttemperaturen oder in Wärmebrückenbereichen z. B. Außenwandecken ausfällt. Aber im Gegensatz zum Bierkrug sehen wir das Wasser nicht, weil dies von der Wand sofort aufgesaugt wird.

Bekämpfung von Schimmelpilzen

Keine Angst, Sie müssen nun weder tage- oder wochenlang evakuiert werden, noch mit Mundschutz und Schutzanzug durch Ihre Behausung laufen. Gegen die unliebsamen Untermieter gibt es Abhilfe.

Nachfolgend eine Auflistung aller notwendigen Maßnahmen:

  • Technische Schäden wie z. B. undichte Regenrinnen, schadhafte Fensterbankanschlüsse, undichte Fugen im Fassadenbereich, Geschossdeckenrisse, Fenster bzw. Türanschlussfugen und ähnliches müssen repariert bzw. abgedichtet werden.
  • Anstrichsysteme – hauptsächlich auf organischer Basis – müssen auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft werden. Ein Fassadenanstrich sollte grundsätzlich wasserabweisend (jedoch noch gut wasserdampfdurchlässig) sein. Auch ein Mineralfarbenanstrich allein weist noch keine hydrophobierende (wasserabweisende) Eigenschaft auf. Jeder gute Malerbetrieb und Farbenhersteller wird Ihnen diesbezüglich Auskunft erteilen.
  • Die Wände müssen gegen aufsteigende Feuchtigkeit horizontal (im Querschnitt) abgedichtet werden (Trockenlegung). Denn eine geringe Feuchtigkeitsaufnahme des Baustoffes verursacht schon eine ganz erhebliche Reduzierung der Wärmedämmung.
  • In so genannten Nassbereichen – Küchen und Bäder – ist wichtig, dass die Oberflächen gekachelter Wände sowie Anstriche und Fugenabdichtungen von Zeit zu Zeit gereinigt bzw. desinfiziert werden.
  • Nach dem Baden oder Duschen ist das Lüften besonders wichtig, dabei sollte die Tür zur Wohnung geschlossen bleiben. Ideal ist eine Zwangsentlüftung die auch noch einige Minuten nachläuft.
  • Die Möbel, Betten sowie Schränke und Vorhänge müssen eine ausreichende Luftzirkulation gewährleisten. Der Abstand zur Wand sollte mindestens 5 cm (besser 10 cm) betragen.
  • Bei großen Schränken und Einbauküchen ist auf gute Hinterlüftung (aber auch auf eine mögliche Beheizung) zu achten, es müssen ausreichende Lüftungsöffnungen unten und oben vorhanden sein.
  • Große Bilder oder Wandverkleidungen – in der Regel aus Holz oder Styropor wirken ebenfalls als innenliegende Wärmedämmung und verschlechtern häufig die Luftzirkulation und damit die Klimasituation, selbst wenn diese Konstruktionen auf Abstandleisten aufgebracht sind.
  • Teppichböden in den am ehesten gefährdeten Räumen, z. B. im Badezimmer oder im Keller, sind ein idealer Untergrund für das Wachstum von Schimmelpilzen. Im Flor kann sich durch Ablagerungen von organischem Material (z. B. Staub, Milben, Hautreste etc.) ein guter Nährboden entwickeln. Es sollte daher in diesen Räumen z. B. auf Teppiche verzichtet werden.
  • In den Laibungen der Fenster und Türen sollten keine Tapeten aufgebracht werden. Denn beim Lüften kühlen diese Flächen schneller aus und die Gefahr von Kondenswasserbildung ist gerade an diesen Schwachstellen besonders groß.
  • Eine hohe Luftfeuchtigkeit entsteht durch langes Duschen oder Baden, Waschen oder Kochen in kleinen Räumen, aber erst Recht durch das Trocknen der Wäsche.
  • Es ist daran zu denken: wenn gewaschen wird kommen aus der Maschine 6 kg feuchte Wäsche und diese wiegt nach dem trocknen nur noch 2 kg. Wo verbleiben denn die 4 kg?

Eine gute Be- und Entlüftung in diesen Räumen ist dann besonders wichtig.

Völlig unverständlich ist, dass in vielen Wohnungen mit Schimmelpilzschäden elektrisch betriebene Luftbefeuchter in Betrieb sind oder man Wasser über Gefäße aller Art an den Heizkörpern verdunsten lässt. Dabei werden einige Liter Wasser zusätzlich in die Wohnung abgegeben. Außerdem kann auch übermäßiges Gießen von Blumen mit zu einer Erhöhung der Feuchtsituation beitragen. Eine Minderung der Wasserdampfkonzentration soll dann durch anschließendes kräftiges Lüften erreicht werden. Es ist sicherlich besser, kurz – und dafür öfter zu Lüften.

Wenn Schimmel großflächig auftritt, sollte die Bekämpfung durch den Fachbetrieb erfolgen!

Zunächst muss jedoch immer die Schadensursache ermittelt werden. Dass dazu ein Fachwissen erforderlich ist, sollte klar sein. Nur weil sich jemand als Baubiologe ausgibt (dieser Begriff ist nicht geschützt) ist sicher nicht immer ausreichend. Hier muss man sich ständig weiterbilden, man denke nur an die vielen neuen Baustoffe sowie an chemisch behandelte Materialien.

Nach Ab,- bzw. Austrocknung der Baustoffe oder Verbesserung der Wärmedämmungen (Beseitigung von Kondenswasserschäden) kann mit so genannten pilztötenden (fungiziden) Anstrichen die Oberfläche wieder neu behandelt werden. Gute fungizide Anstriche aber auch Kalziumsilikatplatten (sogenannte Wohnraumplatten) bleiben jahrelang frei von Pilzbewuchs, selbst unter ungünstigsten Bedingungen. Dies heißt nicht, dass es ausreicht an der Innenseite eine Dämmplatte aufzubringen und alle Probleme sind gelöst.

Für die Abtötung der Bakterien und Pilze gibt es eine Reihe von Desinfektions,- oder Antischimmelmittel. Die einfachen Hausmittel wie z. B. Essig oder Alkohol sind, wenn große Flächen mit Schimmel befallen sind, nicht immer ausreichend. Aber viele der am Markt angebotenen Mittel sind mehr oder weniger giftig, und daher sowohl für den Menschen als auch für Tiere, nicht immer unbedenklich.

Das heißt, dass bei einer Sanierung unbedingt ein/e Fachmann/frau einbezogen werden sollte. Diese können Sie entweder über die Handwerkskammer; die Bau- oder Malerinnungen, den Verbraucherverbänden, bei Haus und Grund sowie im Bauzentrum München oder beim DHBV und auch bei der WTA e.V.* (siehe unten) anfordern bzw. erfragen.

Eine der wichtigsten Forderungen ist das reduzieren der Feuchte!

Dabei reicht manchmal schon ein guter und ausreichend dimensionierter Luftentfeuchter.

Das Bundesbauministerium informiert mit einer Broschüre »Richtiges Lüften beim Heizen« von Herrn Dr. Künzel (ehem. Fraunhofergesellschaft Holzkirchen).

Leider gibt es eine Reihe von Schriften und Empfehlungen die unqualifizierte Angaben machen. Sehr oft schreibt hierbei einer vom anderen ab.

Woher käme sonst der Unsinn in vielen Schriften: beim Lüften sollte die Heizung abgedreht werden – wegen der paar Minuten? Hier gehen sicher mehr Ventile kaputt als dass sich ein Spareffekt ergibt.

Oder Aussagen wie: „die Fenster mehrmals am Tag 10 bis 20 Minuten zu öffnen“. Dies darf doch nicht sein, wenn es draußen warm und feucht ist!

Wie wird richtig gelüftet? ­­­

Es gibt eine Menge unklarer Anweisungen und Erklärungen. Was bedeuten z. B. Ausdrücke wie „Stosslüften“, „Dauerlüften“, „Feuchte- oder temperaturabhängiges Lüften“ etc.?

Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass warme Luft wesentlich mehr Wasser aufnehmen kann als eine kalte. Z. B. kann eine 20°C warme Luft max. 17,3 Gramm Wasser enthalten, jedoch nur 4,5 Gramm bei 0°C. Aber 4,5 Gramm ergeben bei 20°C Grad Wärme nur ca. 25 % relative Luftfeuchte.

So ist klar, warum im Winter in unseren Wohnräumen sehr trockene Luft herrschen kann.

Zwar soll „verbrauchte“ Luft erneuert werden, doch muss durch gezieltes und regelmäßiges Lüften die relative Luftfeuchtigkeit niedrig gehalten werden. Besonders bei modernen dichtschließenden Fenstern erfordert das größere Aufmerksamkeit.

Richtig lüften heißt, die Luft auszutauschen und dies abhängig von Temperatur und der relativen Luftfeuchtigkeit aber auch von der Besonderheit des Raumes (Schnitt und Möblierung) und der Möglichkeit ein Fenster oder eine Türe zu öffnen.

Oberstes Gebot: je kürzer lüften, desto besser, dafür wiederholt!

Eine Beschleunigung des Luftaustausches kann auch dadurch erreicht werden, indem wir für eine so genannte Querlüftung sorgen. Dabei wird der Effekt ausgenutzt, dass beim Öffnen gegenüberliegender Fenster (oder Türen) die Luftströmung besonders hoch ist. – Achten Sie dabei auf die Zugluft, damit keine Scheiben zu Bruch gehen!

Danach dauert es eine Zeit, (i.d.R. eine halbe oder eine volle Stunde) bis sich die Luft wieder erwärmt hat und auch Feuchtigkeit aufnehmen kann. Dabei wird auch u. a. gespeicherte Feuchtigkeit von Oberflächen (Wand, Möbel und Teppich etc.) aufgenommen, d. h. diese Oberflächen wirken als Puffer. Praktische Messungen haben ergeben, dass es bis zu einer halben Stunde dauern kann. Das nächste Lüften sollte auch davon abhängig gemacht werden.

Längeres Lüften, wie in der „Fachliteratur“ oft zwischen 10 und 20 Minuten angegeben, bedeutet, dass die Gegenstände in den Zimmern und auch die Oberflächen der Wände mehr (unnötig) abkühlen. Dies wiederum hat zur Folge, dass mehr Energie durch Heizen wieder nachgeführt werden muss.

Wie lange lüften?

Der menschliche Körper ist ein sehr gutes „Messgerät“. In der Frühe reagieren wir sehr empfindlich auf Temperaturunterschiede. Machen Sie folgendes Experiment: Stellen Sie sich an die dem Fenster/Türe entfernteste Stelle – am besten gegenüber. Bitten Sie jemanden, Fenster oder Türe weit zu öffnen.

Das Kippen der Fenster reicht nicht aus!

Sobald Sie spüren, dass die kalte Luft an Ihnen vorbeistreicht, wird  die Zeit gestoppt. Sie werden überrascht sein, denn es vergehen nur wenige Sekunden, meist handelt es sich um 5 -10 Sekunden.

Diese Zeit hängt auch davon ab, ob und wie stark der Wind weht. Weiter, es geht umso schneller je höher der Temperaturunterschied zwischen innen und außen ist. Dies ist i.d.R. in der Frühe und am Abend der Fall.

Ich gebe die Empfehlung, das Fünf- bis Zehnfache der gestoppten Zeit zum Lüften anzusetzen, dann kann man davon ausgehen, dass der größte Teil der Luft ausgetauscht ist. Was in der Praxis bedeutet: wenn eine Minute gelüftet wird ist ein Großteil der Luft ausgewechselt. Meist wird zu lange gelüftet, da viele glauben, dass nur ein kalter Raum „frisch“ sei.

Nun kann man am Hygrometer ablesen, dass die relative Luftfeuchtigkeit in der Regel absinkt und nach einer bestimmten Zeit wiederum ansteigt und zwar deswegen, weil kalte Außenluft wenig Feuchtigkeit hat, und im Raum die Temperatur relativ schnell wieder ansteigt. Dies geschieht durch Wärmeabgabe der Wände, Einbauteile und der gelagerten Gegenstände.   

Deswegen sollte keinesfalls zu lange gelüftet werden, da sonst die Oberflächen und Gegenstände in der Wohnung unnötig abkühlen. Es bleibt für mich unverständlich, dass es Menschen gibt die in der kalten Jahreszeit den ganzen Tag die Fenster gekippt lassen. Genauso abstrus ist es, wenn im Keller (oder auch im Treppenhaus) den ganzen Winter Fenster geöffnet bleiben. Dabei ist es gleich, ob dies zur schnelleren Trocknung der Wäsche oder auch zur Verhinderung des Modergeruchs beitragen soll. Was hierbei an Wärme auch aus der Nachbarschaft (der darüberliegenden Wohnung) verloren geht ist nicht unerheblich. Die Zwischenwände sowie  die Decken- und Bodenflächen haben doch i.d.R. keine ausreichende Wärmedämmung!

Dabei ist zu beachten: 1 Grad mehr, also statt 20°C z.B. 21°C im Raum, bedeutet ungefähr 6% mehr an Energiekosten!!!

Bitte bedenken Sie: Energie, die unnötig zum Fenster hinausgelüftet wird, muss wieder nachgeheizt werden!

Und Energie kostet Geld – und wer wirft das schon gern sinnlos aus dem Fenster…

Edmund Bromm

Ehrenamtlicher Berater Bauzentrum München

Hompage: www.haus-schwamm.de

 

Die Adressen:

  • Bauzentrum München; Tel. 089 5463660
  • Handwerkskammern; die Bau- oder Malerinnungen; Verbraucherverbände; Haus und Grundbesitzerverein – diese Telefonnummern aus dem örtlichen Telefonbuch entnehmen.
  • DHBV Deutscher Holz und Bautenschutzverband e. V.  50858 Köln Tel. 02234 48455
  • WTA*  Wissenschaftlich –Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V. 80686 München; Tel. 089 578697

Welche Abdichtungsarbeiten sind im Keller machbar/notwendig?

Immer wieder gibt es heftige Diskussionen welche Abdichtungsarbeiten im Keller notwendig sind.

Wenn Keller an der Innenseite feucht sind, dann empfehlen sehr viele Fachleute: da hilft nur außen Aufgraben, Abdichten, Einbauen einer Drainanlage und dann auch noch alles mit einer Wärmedämmung versehen usw..

Vorab sollte jedoch immer genau geprüft werden, woher denn die Feuchte kommt? 

Denn dies muss nicht immer von außen sein!

Diese Feststellung ist jedoch nicht einfach, und ich kämpfe oft gegen viele alte Vorurteile. Wenn ich ein feuchtes Objekt besichtige, stelle ich oft fest, dass eine Abdichtung überhaupt nicht möglich ist. Interessant ist, kaum jemand weiß, gegen welch drückendes Wasserwas, sollte abgedichtet werden und dann, auch noch wie?

Denn wenn eine Abdichtung (je nach Lastfall) sinnvoll sein sollte, so müsste man auch darüber diskutieren, wie hoch denn das Wasser an der Außenseite anstehen könnte. Aber auch wie unter dem Haus eine Ergänzung dieser Abdichtung hergestellt werden könnte. Viele Hausbesitzer wissen überhaupt nicht, ob Stauwasser entstehen kann und kennen auch die Grundwasserstände nicht.

.Meine erste Frage ist oft, wie hoch steht das Wasser im Keller?

Die Antwort ist  meist – Wasser steht nicht im Keller, „nur“ die Wände sind feucht.

Dies wird dann davon abgeleitet, dass Wasser eindringen muss, wenn innen die Wände feucht sind. Dass es auch noch andere Möglichkeiten von Feuchteschäden im Keller gibt, ist oft erst nach einer längeren Diskussion verständlich.

Ein Beispiel aus meiner Praxis.

An einem großen Gebäudekomplex in der Bundeshauptstadt wurde die Planung für die Abdichtung von einem namhaften Planungsbüro durchgeführt. Bei der Diskussion ergab sich dann, dass die Abdichtung so ausgeführt werden solle, dass diese einen Wasserdruck von

1,5 Meter standhalten müsste. Dies auch deswegen, weil in unmittelbarer Nachbarschaft ein Wasserlauf war. Dieses Gebäude war aus Ziegelstein gemauert und es war schon vorgesehen, dass als Abdichtung im Mauerwerkquerschnitt die Abdichtung mit Chromstahlplatten ausgeführt werden sollte. Nun ist zwar das Verfahren durch Eintreiben der Chromstahlplatten als eines der sichersten Verfahren gegen kapillare Saugfähigkeit anzusehen.

Es ist jedoch nicht geeignet, um eine Abdichtung im Querschnitt gegen Wasserdruck herzustellen. Da Wasser (als Flüssigkeit) ja durch die Anschlussfugen zwischen den Chromstahlplatten eindringen könnte. Des Weiteren wurde diskutiert wie dem Wasserdruck von 1,5 Meter Wassersäule entgegen gewirkt werden könnte. Dabei ergab sich, dass zumindest im Bodenbereich eine 75 cm starke Betonplatte eingebaut werden müsste um diesem Druck stand zu halten. Außerdem müssten auch die Wände in einer Art Wanne nach den statischen Erfordernissen wasserdicht angeschlossen werden. All diese Maßnahmen waren jedoch sowohl räumlich als auch technisch als sinnwidrig bezeichnet worden.

Bei der weiteren Diskussion  ergab sich, dass auch eine Abdichtung mit anderen Verfahren und Produkten nicht besser abschneiden könnte.

Nach dieser Diskussion habe ich mir erlaubt zu fragen, wie oft der Keller im Laufe der letzten Jahre mit den Problemen eindringenden Wassers belastet wurde, dabei stellte sich heraus, dass in den letzten 100 Jahre nie Wasser eingedrungen ist. Hierbei zeigt sich natürlich wieder ganz deutlich, dass alleine wegen der spekulativen Stauwasserhöhe ein nicht zu vertretender Aufwand betrieben worden wäre.

Es gab noch viele Diskussionen, aber ich konnte es letztendlich durchsetzen, dass dann auf eine Abdichtung, sowohl im Mauerwerksquerschnitt als auch gegen aufstauendes oder drückendes Wasser ganz zu verzichten ist.

Stattdessen konnte ich als Sachverständiger den Vorschlag einbringen, dass eine Instandsetzung mit einem geeigneten System – aufbringen einer dampfdichten und thermisch getrennten Folie, darauf ein dichter und wärmedämmender Putz – in zwei Lagen für diese Instandsetzung geeignet ist.

Dabei handelt es sich um eine Instandsetzung der durch Feuchte und Salz geschädigten Wandinnenseite.

Eine Abdichtung an der Außenseite, sowie an der Unterseite im Mauerwerksquerschnitt könnte zwar auch eine „trockenere“ Wand ergeben. Es bleibt die Frage, ob dies nachträglich technisch überhaupt herzustellen ist?

Dabei ist zu berücksichtigen, dass trotz dieser sehr teuren Maßnahme (Abdichtung von außen) an der Innenseite die gleiche Problematik, nämlich die Tauwasserentstehung und damit der Wechsel zwischen – feucht und trocken – weiterhin stattfinden würde, was zu den bekannten Problemen führt. Nämlich, dass durch diesen Wechsel, Salze

a) Feuchtigkeit (hygroskopisch) aufnehmen, und

b) beim Abtrocknen einen sehr hohen Druck durch die Kristallisation aufbauen werden und weiterhin die Oberflächen zerstören bzw. schädigen.

Der Bierkrug im Sommer gibt ein gutes Beispiel.

Um zu verdeutlichen welche Problematik gelöst werden muss, gebrauche ich gerne den Vergleich: Man denke an einen schönen Biergarten, vor sich eine schöne kühle frische Maß und jedem wird sofort klar, dass der Maßkrug an der Außenseite beschlägt, d.h. es entsteht sehr schnell Tauwasser auf Grund der Feuchte in der warmen Luft und der kalten Oberfläche des Kruges. Wobei kein Mensch auf die Idee käme, diesen Krug an der Innenseite abdichten zu wollen, um an der Außenseite das Tauwasser wegzubringen.

Neben den vielen eigenen Messungen, sowohl der Temperaturen als auch der Feuchte in Kellern, verweise ich insbesondere auf Arbeiten von Herrn Prof. Dr. J. Dreyer und Herrn Dr. Clemens Hecht von der TU in Wien.

Denn daraus ergibt sich eindeutig, dass es bei Feuchteschäden im Keller sehr oft „nur“ Tauwasserprobleme sind.

Außerdem kam Prof. Dr.- Ing. L. Weichert (ehemals Universität der Bundeswehr München), bei Feuchte,- und Temperaturmessungen an Gebäuden, ebenfalls zu solchen Ergebnissen.

Deren Ergebnisse sind bei meinen Überlegungen entscheidend mit eingeflossen, nach abwägen von Aufwand und Ergebnis, und insbesondere der Kosten eine Instandsetzungen „nur“ noch von innen durchzuführen.

Daraus kann auch abgeleitet werden, wenn es gelingt, dass die Salze in Lösung bleiben (die Mauer also feucht bleibt) und auch die damit zusammenhängenden Kristallisationsprobleme an den Oberflächen wegfällt und außerdem die Feuchteabgabe in dem Raum verhindert wird, dann sind diese Keller hochwertig zu nutzen. Im Bedarfsfall ist es ohne Problem möglich auch eine Wärmedämmung in das System einzubauen.

Nur Nichtfachleute suggerieren den Hausbesitzern, dass durch die Feuchte, die Wände bzw. Mauern geschädigt werden. Es werden nur  Ängste geschürt, es stimmt einfach nicht, denn weder der Ziegel noch der Mörtel fault. Logisch ist aber auch, dass es hinter Sanierputzsystemen (auch mit Dichtschlämmen) auch feucht bleibt. Wände „atmen“ schließlich die Feuchte nicht aus.

Letztendlich wird die von mir (seit über 30 Jahren) gemachte Erfahrung bestätigt, dass durch eine sogenannte Innen-Instandsetzung die Mauer, aber auch der Beton zwar feucht bleibt, aber damit eine kostengünstige und sichere Sanierungsmöglichkeit möglich ist.

In diesem Zusammenhang ist auch zu fragen, was hilft in einem solchen Fall eigentlich eine Drainanlage?

Hierzu wird auch sehr oft kontrovers diskutiert.

Ab wann ist eine Drainanlage sinnvoll?

Ab wann ist ein Kiesgraben immer eine sinnvolle Maßnahme und auch eine Verbesserung?

In den letzten Jahren wird sehr oft auch bei alten Gebäuden um das Haus aufgegraben und eine Drainanlage eingebaut, sowie ein Kiesgraben bis zur Oberkantegelände hochgezogen und dies alles führt sehr oft eher zu einer Verschlechterung als zu einer Verbesserung.

Vorab muss erwähnt werden, dass die Abdichtungsnorm DIN 18195 auch einen Hinweis auf eine einzubauende Drainanlage nach DIN 4095 vorsieht. Es ist jedoch auch klar, dass diese Normen nur für den Neubau gelten und auch nur dann, wenn feststeht, dass es darum geht, Abdichtungen vor erhöhtem Wasserdruck zu schützen.

Ganz andere Überlegungen müssen bei einem alten Gebäude mit einfließen und auch abgewogen werden.

Sehr oft wird bei einer nachträglichen Instandsetzung mit einer Drainanlage der gewünschte Effekt – „ein trockener Keller“ nicht erreicht, bzw. manchmal auch das Gegenteil bewirkt, insbesondere bei alten Gebäuden.

War bisher Erdreich – und Humus am Haus, durch diese konnte nur sehr wenig Wasser eindringen. Nach dem Herstellen eines Kiesgrabens und einer Drainanlage wird das Wasser von der Oberfläche und auch das Regenwasser von der Fassade regelrecht „angesaugt“ und um die gesamte Hauslänge verteilt.

Dies führt oft dazu, dass an allen Stellen d.h. rund ums Haus Feuchtigkeit in erhöhtem Maße vorhanden ist. Es ist immer nur ein Wunsch, dass das Wasser durch die Drainanlage nur abläuft.

Wer jedoch wie ich, sich lange genug mit dieser Thematik beschäftigt weiß, dass sich Drainanlagen, aber auch der Kies mit Pflanzen und Schmutz oft zusetzen. Ob dann noch der gewünschte  Erfolg möglich ist bleibt fraglich.

Ebenso findet dann, wenn Kies als Auffüllung eingebaut wird, in den oberen Randbereichen ein ständiger Wechsel zwischen feucht und trocken – nicht nur über das Wasser, sondern auch über die Kondensation statt. Dieser Wechsel zerstört oft die mit Sockelputzen ausgeführten Bereiche.

Und weiter kann beim Wiederauffüllen und dem Verdichten oft ein größerer Schaden durch die Vibration des ganzen Hauses entstehen.

Beim Verdichten entstehen beträchtliche – auch seitliche Drücke, und können die Wand eindrücken aber auch vom Auflager verschieben. Dies kann auch wieder zu einer Undichtigkeit führen.

Es ist also nicht ganz so einfach, immer das Richtige zu tun.

In all diesen Fällen ist es auch wichtig zu untersuchen, ob es sich um Stau,- oder gar um drückendes Wasser handeln kann.

Eine genaue Prüfung z.B. nach Merkblatt WTA* ist sicher besser als der oft erwähnte Spruch – „das haben wir schon immer so gemacht“.