Verfahren gegen aufsteigende Feuchtigkeit

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Unterschiedliche Verfahren zur Trockenlegung von feuchtem Mauerwerk werden beschrieben. Auch ungeeignete Verfahren werden in diesem Zusammenhang genannt. Auf einige Risiken wird hingewiesen. Schließlich wird auf die Schwierigkeit, das jeweils optimale Verfahren für ein Objekt auszuwählen, aufmerksam gemacht.

1  Einleitung

Viele Hausbesitzer, Architekten und Behördenvertreter stehen vor der Frage, welches Verfahren gegen aufsteigende Feuchtigkeit für welches Gebäude geeignet ist. Dabei gibt es grundsätzliche Unterschiede: z.B. mechanische Trennungen; Injektionen oder sogenannte elektrophysikalische Verfahren.

Diese Techniken können, sofern für das jeweilige Gebäude geeignet, selbstverständlich auch miteinander kombiniert werden. Stets aber muß von Fall zu Fall sorgfältig geprüft werden, welche Methode für welches Objekt sinnvoll ist. Eine fachkundige Beratung ist deshalb vorab sehr zu empfehlen.

In diesem Beitrag werden die wichtigsten Verfahren kurz beschrieben. Dabei werden der Vollständigkeit halber auch unwirksame Verfahren genannt. Danach werden einige Risiken vergleichend behandelt und schließlich wird die Schwierigkeit angesprochen, geeignete Verfahren und Fachfirmen auszuwählen.

2  Geeignete und ungeeignete Verfahren

2.1  Mauerwerksaustausch und Unterfangung

Gemeint ist damit das traditionelle Verfahren, das von allen Bauunternehmen und sehr oft auch mehr oder minder erfolgreich in „Eigenleistung“ durchgeführt werden kann. Dabei entfernt man Stück für Stück des Grundmauerwerkes und ergänzt es entweder durch Beton oder durch Mauerwerk (einschl. einer Abdichtung)..

Bei einer Variante wird der Mauerwerksquerschnitt über dem Fundament oder über dem Gelände ausgebrochen und anschließend eine Dichtungsunterlage (als Sauberkeitsschicht) hergestellt. Darauf kommt eine Abdichtung, und der Rest wird entweder ausbetoniert oder ausgemauert.

2.2  Das Mauersägeverfahren

Mit einer Schwert-, Seil- oder Kreissäge wird ein Schnitt im Mauerwerk hergestellt. Dabei ist es möglich, trocken oder naß zu schneiden.

Diese Schnittfuge ist je nach Sägeverfahren 4 bis 15 mm dick. Anschließend wird die Abdichtung -­ meistens aus glasfaserverstärktem Polyester, aus Polypropylen oder auch aus Edelstahlplatten eingebaut. Die Schnitte werden nach Einlegung der Abdichtung in der Regel verkeilt. Die Keile sollen während der Arbeit die Lastenübertragung sichern. Anschließend werden die Schnittfugen an der Innen- und Außenseite provisorisch abgedichtet und der Hohlraum mit Quellmörtel  verpresst.

2.3  Das Einschlagen von nichtrostenden Chromstahlplatten

Ohne Öffnung der Mauer wird eine 1,5 mm dicke gewellte Platte eingeschlagen. Dabei braucht man eine mehr oder weniger durchgehende Mörtelfuge.

Der Baustoff selbst ist bei dieser Methode nicht entscheidend. Setzungen können nicht auftreten, weil die Platten ohne vorheriges Öffnen in die Mörtelfuge eingeschlagen werden. Der Mörtel wird auf diese Weise nach oben oder unten verdrängt bzw. verdichtet.

Um den Verdrängungs- und Verdichtungswiderstand zu verringern, werden seit einiger Zeit Chromstahlplatten verwendet, die keil-bzw. pfeilförmig verformt bzw. angespitzt sind. Dadurch wird die Durchdringungsgeschwindigkeit erhöht und die Oberflächenreibung vermindert. Dieses seit mehr als zwanzig Jahren bewährte Verfahren hat sich als eines der preisgünstigsten und sichersten Verfahren  erwiesen.

2.4  Bohrverfahren mit Überlappung ( aneinander gereihte Kernbohrungen).

Hierbei werden Löcher gebohrt (meistens mit einem Durchmesser von 8-12 cm) und so angeordnet, dass ihre Überlappungen eine durchgehende Mauertrennung erfolgt. Diese Bohrlöcher werden anschließend mit einem dichtenden und quellfähigen Mörtel wieder ausgefüllt und somit eine sichere Abdichtung erzielt.

2.5  Injektionsverfahren

Eine andere Form der Abdichtung im Mauerwerkquerschnitt wird mit Injektionsverfahren erreicht. Sie werden oft, weil das Injektagemittel über Bohrlöcher eingebracht wird als „Bohrlochverfahren“ bezeichnet. Dabei bohrt man Löcher in die Wand und füllt sie mit sehr unterschiedlichen Injektionsmitteln unterschiedlicher Konsistenz.

Die Wirksamkeit einer solchen Sperre gegen kapillar aufsteigende Feuchtigkeit hängt nicht nur von der Wahl des Injektionsmittels und dessen Wirkungsweise (kapillarverstopfend, kaplillarverengend), sondern auch der Ausführungsart ab. So sind z.B. Abstand, Tiefe und Durchmesser der Bohrlöcher von entscheidender Bedeutung, und außerdem, ob der jeweilige Stoff mit oder ohne Druck und in der ausreichenden Menge eingebracht wird. Der zeitliche Aspekt ist ebenfalls ein wichtiger Faktor, denn die Injektionsmittel eine gewisse Zeit, um sich zu verteilen. Die Viskosität der Injektionsmittel ist ebenfalls zu berücksichtigen. Soll eine Kapillarverstopfung oder eine Hydrophobierung, erzielt werden? Sehr oft ist beides erwünscht.

Eine vorherige fachkompetente Prüfung, sowohl des Feuchte- als auch des Salzgehaltes ist genauso wichtig wie die „Verträglichkeit“ der Injektionsmittel mit dem Baustoff.

2.6  „Entfeuchtungsputze“

Der Name dieses Verfahrens ist zwar vielversprechend, aber sachlich falsch. Kein Patent konnte bisher für die Trockenlegung einer Mauer garantieren! Ähnlich dem Effekt der Röhrchen (aus den 50er und 60er Jahren bekanntes Verfahren) soll dieser Verputz durch eine bessere Verdunstung die Mauer trocknen. Es wird jedoch nur der Kreislauf angeregt – denn: was schneller verdunstet, kommt von unten um so schneller nach. Ob diese Putze also der Weisheit letzter Schluß ist, wage ich zu bezweifeln, denn es werden nicht nur Wasser, sondern auch bauschädliche Salze auf diese Weise nachtransportiert.

“ Entfeuchtungsputze“ entfeuchten nicht, sie wirken bestenfalls ähnlich wie ein Sanierputz. 

Sehr oft ist eine solche „Sanierung“ mit Entfeuchtungsputzen nur deswegen erfolgreich, weil es sich „nur“ Kondenswasserbildung aus Gründen einer falschen Nutzung handelte oder um  technische Schäden, wie beispielsweise eine undichte Regenrinne. Möglicherweise wurden auch Fugen abgedichtet, die Heizung an der richtigen Stelle angebracht, die Fassade gestrichen usw. – und somit ist der eigentliche Schaden beseitigt. Es ist dann sehr leicht zu suggerieren, dass die Pseudotrockenlegung den entsprechenden Erfolg gehabt hat. Bis man erkennt, was wirklich geschehen ist, vergehen meist Jahre.

2.7  „Elektro-Osmose“

Eine weitere Verfahrensvariante, die immer wieder in mehr oder weniger modifizierter Weise auftaucht, ist die „Trockenlegungsart“ mittels „Elektro-Osmose“ (mittels elektrischer Energie soll das Wasser in das Erdreich zurückgedrängt werden) oder anderer elektrophysikalischer Methoden.

Dabei sind viele Parameter entschlüsselt, die „Saugfähigkeit“ der meisten Baustoffe ist gut erforscht. Diese ergibt sich aus den Parametern:

  • Anzahl der Verzweigung der Kapillaren
  • Durchmesser, nach Größe und Häufigkeit eingeteilt
  • Oberflächenbenetzung dieser Kapillaren

Weitere Fakten sind bekannt. Aus praktischen Versuchen lässt sich ermitteln, in welcher Zeiteinheit, wieviel Liter Wasser „aufgesaugt“ werden, und außerdem, wie hoch diese Feuchtigkeit, in welcher Zeit aufsteigen kann. All das sind klassische physikalische Werte.

Die Ergebnisse haben für jedermann Gültigkeit und sind nachvollziehbar. Praktische Versuche von Fachleuten bestätigen diese Ergebnisse eindeutig. Um diese Verfahren nicht weiter aufzuwerten, sollte vorab gesagt werden, dass diese in der Praxis nicht funktionieren. Es ist trotzdem erstaunlich wie viel „Fachleute“ auf diesen Hokuspokus immer wieder hereinfallen. Das Verfahren ist nur deshalb so ausführlich beschrieben, damit auch der fachlich in der Elektrophysik nicht so gut ausgebildete Hausbesitzer versteht, um was es geht, und selbst entscheiden kann, auf was er sich einlässt.

Für Spezialisten zum Weiterlesen!

Wenn die „ Kraft „  der  Saugfähigkeit ermittelt wird, ergibt sich aus den vorgenannten Fakten rein rechnerisch eine Saugleistung, die im Idealfall nur durch eine Gegenspannung von über 60 Volt kompensiert werden könnte. Es kann jetzt durchaus diskutiert werden, ob nun 30 oder 90 Volt richtig sind. Auch einem Laien wird klar, dass eine Umkehrung dieser Saugfähigkeit erforderlich ist. Das bedeutet in jedem Fall, daß eine größere Kraft aufgewendet werden muss als die der Saugfähigkeit. Es ist somit absoluter Nonsens, mit irgendeinem elektrophysikalischen Verfahren, dessen Leistung z.B. 5-10 Volt geringer ist als die der Saugfähigkeit, einen signifikanten Effekt erreichen zu wollen. Außerdem ist schon von Betrug zu reden, wenn mit sogenannten Erdstrahlablenkgeräten zum Teil primitivster Bauart eine Trockenlegung versprochen wird.

So gibt es noch andere Fakten, die bekannt sind, und die eine Funktion verhindern; diese werden nur kurz erwähnt z.B. das Zetapotential, eine den Fachleuten bekannte Größe. Das Zetapotential entsteht dadurch, wenn Flüssigkeit in einer Kapillare transportiert wird. Dabei wurde aber festgestellt, das die Effekte des Saugens bei Ziegel und Kalkmörtel in einem umgekehrten Verhältnis zueinander stehen.

Eine weitere Problematik ergibt sich aus dem bekannten Effekt, dass Wasser bei Anlegen von Spannungen von über 1,3 Volt zersetzt wird.  Es zu einer Aufspaltung; an der Anode entsteht nasszierender Sauerstoff (sehr aggressiv) deswegen kommt es sofort zu einer Korrosion der Elektroden und an der Kathode wird Wasserstoff ( ab 4%  Konzentration in der Luft liegt explosives Knallgas vor) erzeugt.

Nun gibt es einige Sicherheitsbestimmungen, die auch am Bau einzuhalten sind, weil bei der Zersetzung von Wasser auch Wasserstoff produziert wird. Dieses Gas ist leichter als Luft; es muss dafür gesorgt werden, dass diese Räume ausreichend be- und entlüftet werden. Diese Anlagen unterliegen auch den Bestimmungen der VDE-Vorschriften.

Aber all dies interessiert die Vertreiber solcher Anlagen offenbar nicht. Doch keine Patentanmeldung, auch keine goldene Erfindermedaille von der Messegesellschaft „X“ und erst recht kein Referenzschreiben des Herrn Pfarrer „Y“ aus „Z“ kann Fakten aus der Welt schaffen. Ebensowenig hilft eine schöne Urkunde mit einer sehr langen Gewährleistungszeit.

Es stellt sich hier die Frage, ob die Vertreiber wirklich wissen, was sie tun, oder ob sie einfach zu ungebildet sind. Ist vielleicht in manchen Fällen dass Wunschdenken stärker als die Vernunft? sehr oft fällt jedoch auf, daß diese  Firmen schon wissen, was sie tun. Für den Hausbesitzer wird es jedoch problematisch, wenn er auf solche Verfahren hereinfällt.

Überraschungen sind programmiert!

Ein namhafter Hersteller hat 1995 in einer Broschüre für ein neues Injektionsmittel darauf hingewiesen, dass die meisten der auf dem Markt bekannten Produkte, die bisher eingesetzt wurden, entweder feuergefährlich, geruchsbelästigend, überteuert oder sogar extrem gesundheitsschädlich waren. Die erheblichen Preisunterschiede stören angesichts dieser beängstigenden Auflistung kaum.

Nicht alle Injektionsmittel sind jedoch für die Unterbrechung der kapillaren Saugfähigkeit geeignet. Die Produkte, die heute angeboten werden, sollten von unabhängigen Prüfinstituten auf einwandfreie Funktion und Unschädlichkeit genau geprüft sein.

Neben den Hinweisen der Materialhersteller gibt es noch weitere Möglichkeiten, sich zu informieren, welche Produkte, Firmen und Berater weiterhelfen können.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Während bei mechanischen Trennungen eine sofortige Kontrolle des Erfolges (Motto: „Was abgeschnitten ist, wird auch trocken“) nachvollziehbar ist, ist dies bei Injektionsverfahren nicht so einfach möglich.

Im Labor funktionieren diese Verfahren meistens gut. Am Objekt ist eine Überprüfung des Erfolges oft erst Jahren möglich, bei ungeeignetem Einsatz leider auch der Mißerfolg.

  1. Zu den Risiken

3.1 Erschütterungen, Setzungen und Rissbildung

Ein Verfahren, das hundertprozentig gegen alles hilft, dazu noch und außerdem preisgünstig ist und keinen Eingriff in das Mauerwerk notwendig macht, gibt es auch bei der Mauerwerktrockenlegung nicht. Es werden immer Kompromisse zu schließen sein. Entscheidend dabei ist  immer Aufwand und Ergebnis.

So ist es z.B. dringend notwendig, darüber zu diskutieren, ob es ein erschütterungsfreies Verfahren gibt. Auch das Bohren von Mauerwerk kann nicht ohne Erschütterung ausgeführt werden. Ähnlich dem Zertrümmern von Ziegelsteinen mittels eines Abbruchhammers werden dabei in etwa gleiche Kräfte freigesetzt und „erschüttern“ das Mauerwerk.

Nur bei Holz oder Metall werden die Löcher durch Spanen erzielt. Bei der Bohrung eines Lochs mit  3 cm Durchmesser schlägt der Bohrkopf  jeweils eine Fläche von > 5 cm² auf den Stein, um diese Fläche zu zertrümmern. Dies kann einfach nicht erschütterungsfrei sein. Eine ähnliche Belastung wird auch durch das Einschlagen von Chromstahlplatten erzielt. Bei einer Plattenbreite von 30 cm und einer Materialdicke der Platten von 1,5 mm ergeben sich ebenfalls 4,5 cm² Einschlagfläche, und das muss eben überwunden werden. Wobei es sicher von Vorteil ist, wenn der Mörtel weicher ist.

Ein Nachteil beim Einschlagen der Chromstahlplatten ist die Lärmbelästigung. Da es sich ansonsten aber um ein sehr sicheres Verfahren handelt, kann man diese kurzfristige Störung akzeptieren.

3.2  Bewertung der „Erschütterungen“

Wer heute einem Bauherren einzureden versucht, dass das Mauersägeverfahren völlig erschütterungsfrei ist, macht keine  korrekten Angaben.

So ist beim Sägen weniger das Problem des direkten Angriffs der „Sägezähne“ entscheidend, sondern vielmehr die Entlastung des Mauerwerks einerseits und die Schwingung des Sägeblattes andererseits. Beim Durchschneiden von z. B. 60-70 cm dicken Mauern muss der Sägeblattdurchmesser schon mehr als 150 cm betragen. Dabei tritt eine doch ganz erhebliche „Erschütterung“ bereits bei sehr geringer Unwucht auf.

Bei manchen Baustoffen ist das Sägen nur mit Wasserkühlung bzw. Wasserspülung möglich und deswegen nicht überall problemlos einsetzbar.

Beim Trennen (Herstellen eines Hohlraumes) ist noch zu bemerken, dass durch die unterschiedlichen Belastungen eines alten Gebäudes, durch Setzungen oder Nutzungsänderungen, unterschiedliche Lasten eintreten können. Diese weichen oft erheblich von den rein rechnerisch ermittelten Lasten ab. Nach einem Sägeschnitt kommt es an einigen Stellen im Gebäude zu einer Entlastung und an anderen Stellen zu einer Mehrbelastung.

Die Verteilung der Lasten wird, bedingt durch den Sägeschnitt, kurzfristig durch Auskeilen und Auspressen vom angrenzenden Mauerwerk aufgefangen. Andere Be- oder Entlastungen können jedoch nicht wieder aufgebaut werden.

Es wird sich ein neues „Gleichgewicht“ einstellen. D.h. konkret: An Bereichen, wo gegenwärtig mehr Lasten sind, werden weniger und wo weniger waren, werden mehr. Durch diese neue Belastung kann es durchaus zu Entspannungen oder Rissen im Gebäude kommen. Diese Risse können auch noch zu einem späteren Zeitpunkt auftreten.

3.3  Risse im Gebäude

Es soll an dieser Stelle erwähnt werden, dass selbst kleine Risse an einem Gebäude sicherlich einen Schaden (Mangel) darstellen, jedoch wird dieser oft überbewertet. Wer alte Häuser genauer inspiziert, wird auf der Such nach kleinen Spalten und Rissen schnell fündig. Insbesondere in Sturzbereichen, an Türen und in Fensternähe sind Risse immer sichtbar.

Wenn Spundwände in unmittelbarer Umgebung des Gebäudes eingerammt werden, treten allerdings wesentlich mehr Erschütterungen und Rißgefahren auf.

Auch beim Verdichten von Baugruben oder im Straßen- und U-Bahnbau sind erhebliche Belastungen auch noch in der weiteren Umgebung festzustellen.

Wenn Sie mit Anbietern darüber diskutieren, welche Verfahren sicher sind, werden Sie schnell feststellen, dass die Argumente dieser Anbieter meistens darauf abzielen, nur ihre Verfahren seien gut, während sie alle anderen Verfahren und Firmen jedoch negativ bewerten. Diese seien zu teuer, sie beschädigten das Haus, es gäbe Risse usw.

Größte Vorsicht ist sicher gegenüber solchen Anbietern geboten, deren Argumentation nur auf langjährige Garantie aufgebaut sind und die mit eindrucksvollen Urkunden werben.

Die besten Referenzen nützen wenig, wenn Sie nicht mindestens einen Zeitraum von 5-10 Jahren abwarten, denn vorher ist eine Überprüfung nur in den seltensten Fällen möglich. Wer weiß schon, wie das Objekt vorher „belastet“ war.

4  Die Wahl  des geeignetsten Verfahrens und einer zuverlässigen Fachfirma

Wer hilft bei der Lösung der Pro­bleme, näm­lich einen feuch­ten Keller tro­ckenzulegen oder eine Quer­schnitts­abdich­tung gegen auf­stei­gende Feuch­tig­keit im Mauer­werk her­zu­stel­len oder den Haus­schwamm­scha­den zu be­seiti­gen?

Natürlich kann man sich an die Hand­werks­kam­mern, Bau­innun­gen, Ver­brau­cher­ver­bände oder an das Bau­zen­trum in der Radlkoferstrasse 16;  Mün­chen wenden.  Sie sollten  Ihre Erwartungen allerdings nicht zu hoch ansetzen . . .

Doch ist es sicher nicht aus­rei­chend, sich drei oder vier Firmen aus dem Bran­chen­buch heraus­zu­suchen. Eine sorgfältige Schadensuntersuchung tut not, als nächstes die Wahl eines geeigneten Verfahrens zur Abhilfe.

5  Eine neue Berufung: Fa­chin­genie­ur für Alt­bau – In­stand­set­zung

In den Fach­hoch­schu­len wird erst seit weni­gen Jahren auf die chemischen und physikalischen Aspekte der Alt­bau­sanie­rung eingegangen. Der Erfahrungsschatz ist also noch eher spärlich. Es bleibt Ihnen also nicht er­spart, nach wie vor viel Zeit dafür auf­zu­wenden, die rich­tige Firma aus­zu­suchen! Be­dienen sich erfah­rener freier Ingeni­eure oder Archi­tekten, wobei Sie sich zuvor die von ihnen be

 

reits sanier­ten Ob­jekte genau an­sehen soll­ten.

Erkundigen Sie sich auch bei Nach­barn und Bekannten, die bereits einschlägige Erfahrungen in Sachen Mauertrockenlegung gemacht haben, wie ab­gedich­tet wurde und wie hoch die Kosten waren. Ob aller­dings ge­nau die glei­chen Voraus­set­zungen wie an ihrem Objekt vor­han­den sind, ist nicht so ein­fach zu er­mit­teln. Selbst wenn zwei Häuser in der glei­chen Straße Feuch­te­schä­den auf­weisen, muss es nicht die glei­che Ursache haben.

Edmund Bromm

6        Literatur

WTA (Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V.) Merkblatt (Nr. 4.4.96) Mauerwerksinjektion.

Geschäftsstelle: Edelsbergstr. 8, 80686 München, Tel.089 / 57869727; Fax. 089 / 57869729

Kurzfassungen aller Merkblätter sind im Internet abrufbar: http://www.wta.de.

e.mail wta@wta.de

 

Welche Abdichtungsarbeiten sind im Keller machbar/notwendig?

Immer wieder gibt es heftige Diskussionen welche Abdichtungsarbeiten im Keller notwendig sind.
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Wenn Keller an der Innenseite feucht sind, dann empfehlen sehr viele Fachleute: da hilft nur außen Aufgraben, Abdichten, Einbauen einer Drainanlage und dann auch noch alles mit einer Wärmedämmung versehen usw..
Vorab sollte jedoch immer genau geprüft werden, woher denn die Feuchte kommt?
Denn dies muss nicht immer von außen sein!
Diese Feststellung ist jedoch nicht einfach, und ich kämpfe oft gegen viele alte Vorurteile. Wenn ich ein feuchtes Objekt besichtige, stelle ich oft fest, dass eine Abdichtung überhaupt nicht möglich ist. Interessant ist, kaum jemand weis, gegen welch drückendes Wasser (theoretische Höhe) sollte abgedichtet werden und dann, auch noch wie?
Denn wenn eine Abdichtung (je nach Lastfall) sinnvoll sein sollte, so müsste man auch darüber diskutieren, wie hoch denn das Wasser an der Außenseite anstehen könnte.
Aber auch wie unter dem Haus eine Ergänzung dieser Abdichtung hergestellt werden könnte. Viele Hausbesitzer wissen überhaupt nicht, ob Stauwasser entstehen kann und kennen auch die Grundwasserstände nicht.
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Meine erste Frage ist oft, wie hoch steht das Wasser im Keller?
Die Antwort ist meist – Wasser steht nicht im Keller, „nur“ die Wände sind feucht.
Dies wird dann davon abgeleitet, dass Wasser eindringen muss, wenn innen die Wände feucht sind. Dass es auch noch andere Möglichkeiten von Feuchteschäden im Keller gibt, ist oft erst nach einer längeren Diskussion verständlich.
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Ein Beispiel aus meiner Praxis.
An einem großen Gebäudekomplex in der Bundeshauptstadt wurde die Planung für die Abdichtung von einem namhaften Planungsbüro durchgeführt. Bei der Diskussion ergab sich dann, dass die Abdichtung so ausgeführt werden solle, dass diese einen Wasserdruck von 1,5 Meter standhalten müsste. Dies auch deswegen, weil in unmittelbarer Nachbarschaft ein Wasserlauf war.
Dieses Gebäude war aus Ziegelstein gemauert und es war schon vorgesehen, dass als Abdichtung im Mauerwerkquerschnitt die Abdichtung mit Chromstahlplatten ausgeführt werden sollte. Nun ist zwar das Verfahren durch Eintreiben der Chromstahlplatten als eines der sichersten Verfahren gegen kapillare Saugfähigkeit anzusehen. Es ist jedoch nicht geeignet, um eine Abdichtung im Querschnitt gegen Wasserdruck herzustellen. Da Wasser (als Flüssigkeit) ja durch die Anschlussfugen zwischen den Chromstahlplatten eindringen könnte. Des weiteren wurde diskutiert wie dem Wasserdruck von 1,5 Meter Wassersäule entgegen gewirkt werden könnte. Dabei ergab sich, dass zumindest im Bo-denbereich eine 75 cm starke Betonplatte eingebaut werden müsste um diesem Druck stand zu halten. Außerdem müssten auch die Wände in einer Art Wanne nach den statischen Erfordernissen wasserdicht angeschlossen werden. All diese Maßnahmen waren jedoch sowohl räumlich als auch technisch als sinnwidrig bezeichnet worden.
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Bei der weiteren Debatte ergab sich, dass auch eine Abdichtung mit anderen Verfahren und Produkten nicht besser abschneiden könnte.
Nach dieser Diskussion habe ich mir erlaubt zu fragen, wie oft der Keller im Laufe der letzten Jahre mit den Problemen eindringenden Wassers belastet wurde, dabei stellte sich heraus, dass in den letzten 100 Jahre nie Wasser eingedrungen ist. Hierbei zeigt sich natürlich wieder ganz deutlich, dass al-leine wegen der spekulativen Stauwasserhöhe ein nicht zu vertretender Aufwand betrieben worden wäre.
Es gab noch viele Diskussionen, aber ich konnte mich letztendlich durchsetzen, dass dann auf eine Abdichtung, sowohl im Mauerwerksquerschnitt als auch gegen aufstauendes oder drückendes Was-ser ganz zu verzichten ist.
Stattdessen konnte ich den Vorschlag einbringen, dass eine Instandsetzung mit dem I-Bau-System © geeignet ist. Dabei handelt es sich um eine Instandsetzung der durch Feuchte und Salz geschädigten Wandinnenseite. Durch das Aufbringen einer dampfdichten Folie mit einem aufgebrachten Putzträ-ger – auf den dann in der Regel mit Sanierputz eine trockene Oberfläche herzustellen ist.
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Eine Abdichtung an der Außenseite, sowie an der Unterseite im Mauerwerksquerschnitt könnte zwar auch eine „trockenere“ Wand ergeben. Es bleibt die Frage, ob dies nachträglich technisch überhaupt herzustellen ist?
Dabei ist zu berücksichtigen, dass trotz dieser sehr teuren Maßnahme (Abdichtung von außen) an der Innenseite die gleiche Problematik, nämlich die Tauwasserentstehung und damit der Wechsel zwi-schen – feucht und trocken – weiterhin stattfinden würde, was zu den bekannten Problemen führt. Nämlich, dass durch diesen Wechsel, Salze
a) Feuchtigkeit (hygroskopisch) aufnehmen, und
b) beim Abtrocknen einen sehr hohen Druck durch die Kristallisation aufbauen werden und weiterhin die Oberflächen zerstören bzw. schädigen.
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Der Bierkrug im Sommer gibt ein gutes Beispiel.
Um zu verdeutlichen welche Problematik gelöst werden muss, gebrauche ich gerne den Vergleich: Man denke an einen schönen Biergarten, vor sich eine schöne kühle frische Maß und jedem wird so-fort klar, dass der Maßkrug an der Außenseite beschlägt, d.h. es entsteht sehr schnell Tauwasser auf Grund der Feuchte in der warmen Luft und der kalten Oberfläche des Kruges. Wobei kein Mensch auf die Idee käme, diesen Krug an der Innenseite abdichten zu wollen, um an der Außenseite das Tauwasser wegzubringen.
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Neben den vielen eigenen Messungen, sowohl der Temperaturen als auch der Feuchte in Kellern, verweise ich insbesondere auf Arbeiten von Herrn Prof. Dr. J. Dreyer und Herrn Dr. Clemens Hecht von der TU in Wien.
Denn daraus ergibt sich eindeutig, dass es bei Feuchteschäden im Keller sehr oft „nur“ Tauwasserprobleme sind.
Außerdem kam Prof. Dr.- Ing. L. Weichert (ehemals Universität der Bundeswehr München), bei Feuchte,- und Temperaturmessungen an Gebäuden, ebenfalls zu solchen Resultaten.
Deren Ergebnisse sind bei meinen Überlegungen entscheidend mit eingeflossen, nach abwägen von Aufwand und Ergebnis, und insbesondere der Kosten eine Instandsetzungen „nur“ noch von innen durchzuführen.
Daraus kann auch abgeleitet werden, wenn es gelingt, dass die Salze in Lösung bleiben (die Mauer also feucht bleibt) und auch die damit zusammenhängenden Kristallisationsprobleme an den Oberflächen wegfällt und außerdem die Feuchteabgabe in dem Raum verhindert wird, dann sind diese Keller hochwertig zu nutzen. Im Bedarfsfall ist es ohne Problem auch eine Wärmedämmung in das System einzubauen.
Nur Nichtfachleute suggerieren den Hausbesitzern, dass durch die Feuchte, die Wände bzw. Mauern geschädigt werden. Es werden nur Ängste geschürt, es stimmt einfach nicht, denn weder der Ziegel noch der Mörtel fault. Logisch ist aber auch, dass es hinter Sanierputzsystemen (auch mit Dichtschlämmen) auch feucht bleibt. Wände „atmen“ schließlich die Feuchte nicht aus.
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Noch ein Beispiel aus meiner Praxis:
1994 landete eine sehr umfangreiche Ausschreibung für die Instandsetzung eines sehr schönen Gebäude auf meinem Schreibtisch.
Darin war – wie bei solchen Vorhaben üblich – davon die Rede, „das Gebäude außen aufzugraben, eine neue Abdichtung und eine Wärmedämmung aufzubringen…“ usw. Um ein Angebot für die Abdichtungsarbeiten auszuarbeiten, begab ich mich zur genaueren Inspektion vor Ort.
Es handelte sich um ein Gebäude aus 1906 mit mehreren Anbauten, einer überdachter Auffahrt, sowie einer großen Terrasse und Treppenaufgängen mit schönem Natursteingeländer.

Ich stellte fest, dass die Arbeiten gemäß der Ausschreibung nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand durchführbar wären. Außerdem habe ich darauf hingewiesen, dass immer die Gefahr besteht, wenn außen aufgegraben wird, eine Entlastung durch den Anpressdruck (aber auch durch die fehlende Auflast) entsteht, und erst recht durch das Verdichten beim Auffüllen Verschiebungen der Wand aber auch Risse auftreten können.
Deswegen machte ich den Alternativvorschlag, das Gebäude mit dem von mir entwickelten I-Bausystem© nur von innen zu bearbeiten. Dieses besondere System bietet ein neues, außergewöhnliches Verfahren für die Trockenlegung und Instandsetzung feuchter Keller, die gegenüber den althergebrachten Methoden neben Zuverlässigkeit und erheblich geringerem finanziellen Aufwand eine Vielzahl weiterer Vorteile hat.
Es war nicht einfach, beim Bauherrn eine Lösung durchzusetzen, die der traditionellen Methode widersprach. Letztendlich jedoch konnte ich ihn vollends von den Vorzügen des  I-Bausystems überzeugen. Dabei waren nicht nur die nicht unerheblichen Kosteneinsparungen von ca. € 900.000 (da die Außenbauteile nicht ab- und wieder angebaut werden mussten), sondern auch die kürzere Bauzeit und schnellere Wiedernutzung wichtige Entscheidungshilfen.
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Seit der Instandsetzung ist der gesamte Kellerbereich als hochwertiger Bürobereich und zum Teil als Wohnung genutzt.
Letztendlich wird die seit über 25 Jahren gemachte Erfahrung mit dem I-Bausystem bestätigt, dass durch eine sogenannte Innen-Instandsetzung die Mauer, aber auch der Beton zwar feucht bleibt, aber damit eine kostengünstige und sichere Sanierungsmöglichkeit möglich ist.

In diesem Zusammenhang ist auch zu fragen, was hilft in einem solchen Fall eigentlich eine Drainanlage?
Hierzu wird auch sehr oft kontrovers diskutiert.
Ab wann ist eine Drainanlage sinnvoll?
Ab wann ist ein Kiesgraben immer eine sinnvolle Maßnahme und auch eine Verbesserung?
In den letzten Jahren wird sehr oft auch bei alten Gebäuden um das Haus aufgegraben und eine Drainanlage eingebaut, sowie ein Kiesgraben bis zur Oberkante Gelände hochgezogen und dies alles führt sehr oft eher zu einer Verschlechterung als zu einer Verbesserung.
Vorab muss erwähnt werden, dass die Abdichtungsnorm DIN 18195 auch einen Hinweis auf eine einzubauende Drainanlage nach DIN 4095 vorsieht. Es ist jedoch auch klar, dass diese Normen nur für den Neubau gelten und auch nur dann, wenn feststeht, dass es darum geht, Abdichtungen vor erhöhtem Wasserdruck zu schützen.
Ganz andere Überlegungen müssen bei einem alten Gebäude mit einfließen und auch abgewogen werden.
Sehr oft wird bei einer nachträglichen Instandsetzung mit einer Drainanlage der gewünschte Effekt – „ein trockener Keller“ nicht erreicht, bzw. manchmal auch das Gegenteil bewirkt, insbesondere bei alten Gebäuden.
War bisher Erdreich – und Humus am Haus, durch diese konnte nur sehr wenig Wasser eindringen. Nach dem Herstellen eines Kiesgrabens und einer Drainanlage wird das Wasser von der Oberfläche und auch das Regenwasser von der Fassade regelrecht „angesaugt“ und um die gesamte Hauslänge verteilt.
Dies führt oft dazu, dass an allen Stellen d.h. rund ums Haus Feuchtigkeit in erhöhtem Maße vorhanden ist. Es ist immer nur ein Wunsch, dass das Wasser durch die Drainanlage nur abläuft.
Wer jedoch wie ich, sich lange genug mit dieser Thematik beschäftigt weiß, dass sich Drainanlagen, aber auch der Kies mit Pflanzen und Schmutz oft zusetzen. Ob dann noch der gewünschte Erfolg möglich ist bleibt fraglich.
Ebenso findet dann, wenn Kies als Auffüllung eingebaut wird, in den oberen Randbereichen ein ständiger Wechsel zwischen feucht und trocken – nicht nur über das Wasser, sondern auch über die Kondensation statt. Dieser Wechsel zerstört oft die mit Sockelputzen ausgeführten Bereiche.

Und weiter kann beim Wiederauffüllen und dem Verdichten oft ein größerer Schaden durch die Vibration des ganzen Hauses entstehen.
Beim Verdichten entstehen beträchtliche – auch seitliche Drücke, und können die Wand eindrücken aber auch vom Auflager verschieben. Dies kann auch wieder zu einer Undichtigkeit führen.
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Es ist also nicht ganz so einfach, immer das Richtige zu tun.
Es bleiben sicher noch genügend offene Fragen.
In all diesen Fällen ist es auch wichtig zu untersuchen, ob es sich um Stau,- oder gar um drückendes Wasser handeln kann.
Eine genaue Prüfung z.B. nach Merkblatt WTA* ist sicher besser als der oft erwähnte Spruch – „das haben wir schon immer so gemacht“.

Altbausanierung und Instandsetzung

Defizite, mangelnde Fachkompetenz und fehlende Kooperation bei der Planung und die Folgen.

Abdichtungsarbeiten: Ist alles, was machbar ist, auch wirklich notwendig?

Vom Sollen und Können des (Ab)Dichtens

Abdichtungen und Wärmedämmungen – sowohl von außen, als auch im Querschnitt – sind bei Neubauten unerläßlich. Bei Altbauinstandsetzungen sollte zumindest eine Trennung des Wandquerschnitts zwischen Keller und Erdgeschoß gegen aufsteigende Feuchte hergestellt werden, eine Maßnahme, die nicht nur der Optik (Putzschäden) zugute kommt, sondern auch Energie sparen hilft!

Ob ein solches Unterfangen jedoch auch im Kellerbereich eines Gebäudes obligatorisch ist, muß von Fall zu Fall genau geprüft werden.

Bei Abdichtungsplanungen auf dem Gebiet der Altbauinstandsetzung heißt es immer wieder: „Wenn wir schon dabei sind, dann machen wir’s doch gleich gescheit“. Dann wird der alte (und durchaus nicht immer zutreffende) Spruch zitiert, daß die Ursache für Feuchtigkeit im Keller stets von außen eindringendes Wasser sei. Und so wird fleißig von außen aufgegraben, abgedichtet, wärmegedämmt, geschützt und wieder verfüllt – und dabei eines völlig außer acht gelassen: das Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Denn zunächst bleibt innen der „alte“ Zustand bestehen. Es müssen die Oberflächen erneuert werden. Dies bedeutet in der Regel alten salzbelasteten  und sehr oft schimmelpilzbefallenen Putz abschlagen und durch Sanierputz ersetzen.

Bei Bauobjekten, in das tatsächlich Wasser von außen eindringt, ist es oft ratsam, an allen eindeutig kritischen Stellen aufzugraben. Außerdem sind alle möglichen Fehlerquellen abzustellen, wie zum Beispiel eine undichte Wasserleitung reparieren oder auch ein schadhaftes Regenablaufrohr.

Der Baustoff macht’s
Zu unterscheiden ist zunächst, ob ein Gebäude in Ziegelbauweise oder aus Beton gebaut wurde. Im ersten Fall ist zu überprüfen ob jemals zuvor Wasser in den Keller eingedrungen ist und, sollte dies der Fall sein, wie hoch der Wasserstand war und wie hoch der mögliche Grundwasserspiegel ist. Sollte der Grundwasserspiegel in einem kritischen Bereich liegen, ist zu überlegen, ob die Nutzung eines solchen Kellerraums generell eingeschränkt werden muß.

Trotzdem gibt es Möglichkeiten, selbst solche feuchtigkeitgefährdeten Keller hochwertig zu nutzen – solange einige Schutzmaßnahmen vollzogen werden.

Abdichtungen von innen
Hier bietet sich zum Beispiel die Möglichkeit einer innenliegenden Drainanlage an, so daß an einer Stelle das Wasser gesammelt und von dort abgepumpt werden kann.

Ist in einem Keller zuvor noch nie Wasser eingedrungen, kann davon ausgegangen werden, daß diesbezüglich auch in Zukunft kein ernsthaftes Problem entstehen wird.

Die Oberflächen solcher Keller können aber dennoch starke Feuchteschäden aufweisen, was die alte Mär von den ausschließlich von außen eindringendem Wasser herrührenden Feuchteschäden, widerlegt. Ursache für solche Schäden ist vielmehr die Tatsache, daß die Außenwände von außen nicht ausreichend abgedichtet und /oder wärmegedämmt sind. Wenn es dadurch zu einer Durchfeuchtung des Ziegels kommt, wird die Wärmeleitfähigkeit erhöht – und dann spielt die Kondenswasserbildung eine ganz erhebliche Rolle.

Gute Wärmeleitfähigkeit bedeutet schlechte Wärmedämmung!

Wird die Luftfeuchtigkeit nicht gemindert, führt dies zu einer weiteren Durchfeuchtung und zu einer Verschlimmerung der Schäden, was wir in unserem Artikel „Sinn und Unsinn einer Mauertrockenlegung „klar zum Ausdruck gebracht haben. *Bereits i.d. Südd. Zeitung (Planen und Bauen) erschienen

Es ist durchaus möglich, die Feuchtigkeit im Keller durch einen Luftentfeuchter mit ausreichend hoher Kapazität soweit abzusenken, daß eine ausreichende Nutzung der Kellerräume möglich wird.

Eine positive Ergänzung ist die Abdichtung der Außenwände an ihrer Innenseite, so daß die Feuchtigkeitszufuhr durch die Außenwand eingeschränkt wird. Erfahrungsgemäß ist es ausreichend, die Außenmauern und ca. 1,5 bis 2 Meter der einbindenden Zwischenwände abzudichten. Dies kann ohne weiteres mit wasserdichten Putzen und mit sogenannten Sanierputzen erreicht werden. Aber auch andere Abdichtungen, wie beispielsweise das I-bau-System – eine Konstruktion aus einer wasserdichten, dampfundurchlässigen Noppenfolie und einem Putzträger sowie einen wärmedämmenden Putz auf der Oberseite -,gewährleisten, daß keine Feuchtigkeit mehr von der Außenseite in den Raum gelangen kann.

Man ist heute durchaus in der Lage, auch mit anderen Maßnahmen, nur von der Innenseite ausreichend trockene Oberflächen herzustellen, und dies ist in der Regel weitaus kostengünstiger als von außen abzudichten.

 

Was schädigt Baustoffe, Ziegel und Mörtel?

Die Bedenken, daß eine Wand feucht bleibt und Schaden nimmt, wenn sie nur von innen isoliert wird, sind unbegründet!

Denn:

  • im Erdreich sind Baustoffe in der Regel nicht frostgefährdet,
  • sie werden durch Salze nicht geschädigt (diese bleiben in Lösung)
  • und sie können nicht faulen.
  • Die Mauern dichten sich zum Teil selbst ab, wenn die Kapillaren mit Wasser gefüllt sind

 

Es gibt auch kein Gesetz, wenn ein Gebäude fünfzig Jahre feucht war, daß durch eine Abdichtung von innen sich das Wasser anschließend einen anderen Weg suchen könnte.

Ob sich somit der arbeits- und kostenaufwendige Einsatz, außen aufzugraben, lohnt, ist äußerst fragwürdig.

Ferner ist zu überlegen welche Probleme zusätzlich auftreten können!

Wie können zum Beispiel

  • Sparten (Gas, Wasser, Strom, Telefon, Fernheizung und dergleichen) verlegt werden?
  • Anschlüsse im Bereich der Kommunwände hergestellt werden?
  • Anbauten z.B. Eingangspodeste, Treppen abgedichtet und,
  • unter Garagen und Begrenzungsmauern etc., die Verbindungen zu den Abdichtungen ergänzt werden?

Ein Beispiel aus der Praxis

Im Münchner Zentrum steht ein Palais aus dem Jahr 1880. Natürlich ist hier alles an Sparten vorhanden, was nur möglich ist; und trotzdem hat man an diesem Gebäude bis auf vier Meter (zum Teil auch tiefer) ringsum aufgegraben. Es mußten neben den Sparten außerdem Provisorien (Abstützungen für das Gerüst und den Baukran etc.) für die Bauzeit geschaffen werden, um die Abdichtungen an der Außenseite ordnungsgemäß anzulegen.

Nach dem Freilegen wurden die Oberflächen gesäubert und erst einmal vorbetoniert. Auf diesen Beton kam eine bituminöse Dickbeschichtung, davor wurden „Schemelsteine“ gestellt (ca. 12 cm dicke Betonsteine mit Hohlkammern und Anschlüssen für eine außenliegende Drainage). Darauf wurde eine Perimeterdämmung aufgebracht (die Mauerdicke war über 1 bis zu 1,40 Meter) und, nicht genug damit, man hatte noch eine Wellplatte davor gestellt – als Schutz der Wärmedämmung!

Es ist somit absolut sicher, daß dieses Objekt von außen her dicht ist und bleibt. Doch wen wundert es, daß bei einem solchen Aufwand mehr als 300,- DM (Mietzins im Monat) pro Quadratmeter erforderlich sind, um die Instantsetzungskosten einigermaßen auszugleichen?!

Nur wenige Bauherren könnten sich diese Aktion leisten, die meisten anderen müßten nach kostengünstigeren Alternativen suchen.

Die Kehrseite
Wie verhält es sich mit der Sicherheitsgarantie für die Instandsetzung? Wenn nun zu einem späteren Zeitpunkt aus welchem Grunde auch immer doch ein Wasser- oder Schimmelfleck an der Wand auftaucht – wie würde ein Rechtsstreit enden?

Interessant bleibt auch die Frage, was passiert, wenn der Wasserspiegel ansteigt und so Wasser in das Gebäude eindringt.

Man hat bei dem Palais in der Münchener Innenstadt auch daran gedacht, eine Abdichtung gegen den ansteigenden Wasserdruck herzustellen, ferner daran, daß man die Außenwände im Keller von unten abdichtet, also auch den Querschnitt der Mauer mit einbindet. Und auch bei dieser Investition wurde nicht gespart: man trug eine mehrlagige Abdichtungsbahn auf. Sollte nun jedoch der Wasserspiegel ansteigen, so müßten auch die dementsprechenden Auflasten eingebracht werden. Das heißt: wenn man davon ausgeht, daß der Wasserspiegel einen Meter über die Kellersohle ansteigen würde, so müßte mindestens eine 50 cm dicke Betonschicht aufgebracht werden, um die Lasten des drückenden Wasser aufzunehmen. Dies allerdings war aus Platzgründen nicht machbar, und so ergibt sich auch hier wieder einmal die Frage, ob das ganze Unterfangen überhaupt sinnvoll und konsequent geplant und durchgeführt worden ist.

Es ist durchaus verständlich, daß Baufirmen heute mehr machen, als unbedingt notwendig ist. Schließlich ist die Gefahr einer Klage wegen Nachlässigkeit sehr groß. Nicht wenige Sachverständige und Rechtsanwälte verdienen sehr gut daran, geringfügige Mängel zu einem „erheblichen Schaden“ hochzupuschen.

Es ist verständlich, daß sich heute niemand mehr traut, irgendwo Einsparungen vorzunehmen, selbst wenn sie auch noch so sinnvoll erscheinen. Jedoch sei die Frage erlaubt, wohin diese Einstellung führen soll. Hätte man im besagten Palais beispielsweise die Abdichtungen- und Wärmedämmungen und sonstiges nur von innen vorgenommen, hätte man möglicherweise eine Sicherheit von „nur“ 95 Prozent erzielt, so aber das Drei- bis Vierfache einer Abdichtungsmaßnahme von der Außenseite eingespart. Die restlichen fünf Prozent hätte man mit Hilfe einer Klimaanlage zur Absenkung der relativen Luftfeuchtigkeit oder auch zur Beheizung der Außenmauer an der Innenseite erzielen können.
Aber es soll ja noch immer Instanzen geben, für die ein paar Tausender nur Peanuts sind . . .

Edmund Bromm

Gesund wohnen in Altbauten

Alle Artikel wurden komplett überarbeitet bzw. ergänzt und können als Buch für 22 Euro inkl. MWST + Versand in jeder Buchhandlung oder bei Amazon unter ISBN 978-3-86611320-6 bestellt werden.

Daraus die Einleitung:

 

Gesund wohnen in Altbauten

Mit alten und kranken Häusern richtig umgehen

 

Ein praktischer Ratgeber

für Laien und Profis

 

 

Ein Erfahrungsbericht aus der Praxis der Firma

Isar Bautenschutz

Edmund Bromm

 

 

Danksagung

Als Gründer und Geschäftsführer der Firma Isar Bautenschutz war es mir seit langem ein Bedürfnis, meine langjährigen Erfahrungen auf dem Gebiet der Bausanierung und Trockenlegung von Gebäuden zusammenfassend zu Papier zu bringen und zwar ebenso für den interessierten Laien wie auch für den Fachmann. Außerdem komme ich hiermit einer von vielen Seiten geäußerten Bitte nach, meine zahlreichen fachlichen Aufsätze und Erfahrungsberichte in einem Buch zusammenzufassen.

Bei der Verwirklichung dieses Wunsches standen mir nicht wenige Menschen mit Rat und Tat zur Seite:

 

Mein Dank gilt Professor Lothar Weichert von der Universität der Bundeswehr München, Herrn Illinger und Herrn Imle, die alle drei mit besonderem Augenmerk auf die technischen Details wertvolle Hinweise und Ergänzungen gegeben haben.

Ein herzliches Dankeschön gilt natürlich auch den Mitarbeitern von Isar Bautenschutz, von denen so mancher seit Gründung der Firma mit mir zusammenarbeitet! Weiter danke ich Kathrin Veronika Crinius, die hier und da an Ausdruck und Sprache feilte.

 

Meinem Teilhaber, Herrn Paul Scharl, erfahrener Stuckateurmeister und Praktiker durch und durch, gebührt mein innigster Dank. Jahrzehntelang verbanden uns beste Übereinkunft und fruchtbare gegenseitige Unterstützung. Unsere Zusammenarbeit war eine Symbiose von hohen Qualitätsansprüchen und situationsgerechtem, fachlich perfekten Einsatz der jeweilig besten Methoden. Eine erfreuliche und immer wieder spannende Zusammenarbeit, die mit zuweilen unorthodoxen Praktiken zu einer sinnvollen Weiterentwicklung in den Techniken der Sanierung und Trockenlegung von Gebäuden – und zur Zufriedenheit unserer Kunden führten.

 

Edmund Bromm

 

Vorwort: Professor Dr. Folker H. Wittmann

 

Vor etwa 30 Jahren geriet ich eines Abends in einem Nebenzimmer des Restaurants Till Eulenspiegel in München in eine bunt zusammen gewürfelte Gesellschaft. Neben Restauratoren, Vertretern Bau instandsetzender Firmen und der Baudenkmalpflege hatten sich auch ein Jurist und ein Chemiker zusammen gefunden. Ziel des Treffens war die Gründung einer Vereinigung, die sich darum bemühen sollte, das Wissen, das man in wissenschaftlichen Kreisen vermutete, der Praxis zugänglich zu machen. Aus Fehlern hatte man wohl gelernt, dass das Bauinstandsetzen auf einer eher wackeligen wissenschaftlichen Basis stand und genau deshalb Scharlatane leicht viel Geld verdienten. Vermutlich wollte man auch einen Vertreter einer Hochschule in diese Aufgabe einbinden und so erging auch eine Einladung an mich. Die Diskussionen waren ebenso schillernd wie die Zusammensetzung der Gruppe. Teilweise nahm sie bayerisch burleske Züge an und unverkennbar zeichneten sich bereits in diesem frühen Stadium plumpe aber typische Biertisch-Intrigen ab. Rückblickend ist es mehr als erstaunlich, dass aus diesem chaotischen Beginn eine Bewegung wurde, die zur Versachlichung und zur weiteren Entwicklung der Grundlagen des Bauinstandsetzens und der Baudenkmalpflege ganz wesentlich beigetragen hat. Die Notwendigkeit, dem gesteckten Ziel wenigstens ein bisschen näher zu kommen, war wohl so groß, dass trotz aller Widrigkeiten das Vorhaben vorangetrieben wurde.

 

Als die Sitzung schließlich zu Ende ging, hatte es angefangen zu regnen. Etwas unschlüssig stand ich unter dem schützenden Vordach des Restaurants. Da sprach mich der Autor dieses Büchleins Edmund Bromm an und fragte wie man es denn verhindern könne, dass Feuchtigkeit in Mauerwerk eindringe und darin aufsteige. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung wie man die Feuchtigkeitsbewegung in einem porösen Stoff mit oder ohne Salztransport realistisch beschreiben könnte. Ich konnte lediglich in meinem Gedächtnis nach den erlernten allgemeinen physikalischen Grundlagen kramen. Daraus entstand dennoch eine längere interessante Diskussion und an deren Ende wurde ich plötzlich etwas verlegen. Eddi Bromm verabschiedete sich nämlich mit den Worten: “Mei, das hätte ich wirklich nicht gedacht, dass jemand wie Sie so lange mit mir sprechen würde“.

 

Diese kleine Episode die sich unter dem Vordach des Till Eulenspiegel vor etwa drei Jahrzehnten zugetragen hat, hatte in mehrfacher Hinsicht symbolischen Charakter. Einmal wird dadurch unterstrichen, wie tief die Kluft zwischen wissenschaftlich Tätigen einerseits und den Praktikern andererseits damals war. Man hatte keine gemeinsame Sprache. Zum anderen wird aber auch verdeutlicht, dass an den Hochschulen zu dieser Zeit Themen des Bauinstandsetzens weitgehend ausgeklammert oder ignoriert wurden. Es gab weder spezielle Vorlesungen oder Lehrbücher noch laufende relevante Forschungsprojekte. Mit dieser Art Forschung war im universitären Bereich einfach kein Staat zu machen. Ich erinnere mich an die Aussage eines bekannten Physikers, der damals sagte: „mir stehen höchstens 78.000 Stunden in meinem Leben für die Forschung zur Verfügung. Die will ich einsetzen, um wirklich dringende Fragen unserer Zeit zu beantworten. Da bleibt keine Zeit für solche Nebensächlichkeiten wie etwa das Verhalten poröser Baustoffe im Kontakt mit Wasser“. Bei manchem Kollegen mag auch die Überlegung im Vordergrund gestanden sein, wir Physiker haben unseren Beitrag bereits vor mehr als hundert Jahren geleistet, lest doch bitte in den entsprechenden Veröffentlichungen nach. Die Anwendung unserer Erkenntnisse in der Praxis ist nicht unserer Aufgabe. In einigen Wissensgebieten funktioniert diese Art des Wissenstransfers auch mit großem Erfolg; im Bauinstandsetzen jedoch mit Sicherheit nicht. Die Praktiker mussten sich allein gelassen fühlen.

 

Die vereinfachende Vorstellung, man müsste nur das längst bekannte und bestens archivierte Wissen anzapfen, um Antworten auf die immer wiederkehrenden Fragen des Alltags in der Praxis eines Ingenieurs, der sich mit dem Bauinstandsetzen befasst, zu bekommen stellte sich rasch als illusorisch heraus. Natürlich findet man in einem Lehrbuch der Physik die Kelvin Gleichung und das Hagen -Poiseuillesche Gesetz. Aber damit werden idealisierte Situationen, die mit der Wirklichkeit im Bauwesen nur begrenzt etwas zu tun haben, beschrieben. Wenn ein Ziegelstein Wasser durch Kapillarkraft aufsaugt, dringt das Wasser nicht in eine kreisrunde Kapillare. Während des Saugvorganges können Salze gelöst werden und ein Teil des Wassers kann wieder in die Dampfphase übergehen. Wenn man diese Teilreaktionen wirklichkeitsnah berücksichtigt, ist es möglich, den Vorgang des Durchfeuchtens einer Wand hinreichend präzise zu beschreiben, aber die Lösung des Problems wird so komplex, dass nur moderne und aufwändige numerische Methoden zum Ziel führen. Damit ist der Wissenstransfer nicht einfacher sondern um ein Vielfaches komplizierter geworden.

 

Wie aber kann man erreichen, dass das vorhandene Wissen über komplexe Zusammenhänge dennoch in der Praxis nützlich verwendbar wird? Ich denke wir können viel lernen, wenn wir das Verhältnis zwischen theoretischer Mechanik und der Baustatik betrachten. Zur Zeit als in Europa die Kathedralen gebaut wurden gab es kaum mechanische Grundlagen für deren Bemessung. Der erfolgreiche Baumeister konnte aber auf reiche Erfahrung zurückgreifen und damit Beeindruckendes zuverlässig leisten. Als dann die Grundgesetze der Mechanik entwickelt waren, dauerte es noch eine ganze Weile bevor man diese im Bauwesen auch nutzte. Lange Zeit sträubten sich die Praktiker sogar erfolgreich und nicht ohne Grund gegen die Verwendung der Mechanik idealisierter Systeme. Erst als im Rahmen einer stark vereinfachten Vorgehensweise das Verhalten realer Werkstoffe in erster Näherung berücksichtigt werden konnte, entstand die auf Normen basierte Baustatik. Versuchen wir einmal diese zweigleisige Entwicklung auf das Bauinstandsetzen zu übertragen. Wir brauchen einerseits grundlegende Wissenschaft, um das bereits bestehende Wissen über relevante Vorgänge beim Feuchtigkeitstransport noch deutlich zu erweitern. Die vielschichtigen Ergebnisse der grundlegenden Untersuchungen werden aber in der Regel für den Praktiker unmittelbar nicht brauchbar erscheinen. Um wirklich weiter zu kommen, muss zusätzlich die praktische Erfahrung gleichberechtigt zu ihrem Recht kommen. Aus dieser Kombination können vereinfachte Ansätze für die Praxis entstehen.

 

Eddi Bromm legt uns mit diesem Büchlein kein Lehrbuch über die Wechselwirkung zwischen porösen Werkstoffen des Bauwesens und Wasser vor. Vielmehr beschreibt er, was er im Laufe vieler Jahre auf zahlreichen Baustellen beobachten konnte. Während dieser Zeit hat er sich nach Kräften bemüht, auch die grundlegenden Zusammenhänge zumindest im Ansatz zu verstehen. Dies hat ihm geholfen, manchen Schadensfall treffsicherer zu beurteilen. Auf der anderen Seite möchte man wünschen, dass dieses Büchlein auch auf dem Schreibtisch eher grundlegend arbeitender Kollegen zu finden sein wird. Sie können ihre neuesten Vorstellungen und Modelle mit den gemachten Erfahrungen vergleichen und vermutlich in manchem Fall weiter Fokussieren. Anders als in den grundlegenden Wissenschaften braucht es zum Erfolg und zur weiteren Entwicklung in den anwendungsorientierten Wissensgebieten das Zusammenwirken von einerseits einschlägiger Erfahrung und andererseits solider Kenntnis der Werkstoffeigenschaften und deren Beeinflussung durch die Umwelt.

 

Das Schreiben von Aufsätzen und Büchern gehört zum Alltag der wissenschaftlich Tätigen. Die Praktiker greifen vergleichsweise selten zur Feder. Wir müssen Eddi Bromm dankbar sein, dass er weder Zeit noch Mühe gescheut hat, seinen umfassenden Erfahrungsschatz im vorliegenden Text festzuhalten und den Interessierten zugänglich zu machen. Dieses Buch wird hoffentlich auch dazu beitragen, das Bauinstandsetzen auf eine breitere zuverlässigere Basis zu stellen. In dem heterogenen Feld des Bauinstandsetzens wird damit eine bisher klaffende Lücke geschlossen. Wir wünschen der Veröffentlichung eine möglichst weite Verbreitung.

 

Dr. Folker H. Wittmann

Freiburg (D) und Unterengstringen (CH)

Oktober 2005

 

 

 


INHALTSVERZEICHNIS

 

 

1 Mechanismen der Durchfeuchtung   ……………………… 19

1.1.1  kapillar aufsteigende Feuchte                                  …………….30

1.1.2   Oberflächenwasser                                                  ……………..34

1.2      horizontale Einwirkung                                                       …….36

1.2.1    hygroskopische Feuchte                                        ……………..36

1.2.2   drückendes Wasser                                                 ……………..44

1.3     Hochwasser                                                                          …….45

 

2      Schadensbilder                                                         49

2.1    Schädigungspotenziale ……………………………………………..        51

2.2    Oberflächenschäden…………………………………… ……………         52

2.3    Gefügeschädigung…………………………………………………….         53

2.4    mittelbare Schädigungen…………………………………………..         54

2.5    Bauwerksuntersuchung………………………………. ……………         55

 

3.  Sanierungsmaßnahmen ………………………………..       64

 

3.1   …………………………………………. Konzepte zur MW-Sanierung   90

3.1.1   ……………………………………………………………….. Allgemeines   91

3.1.2   ……………………………………   ……. flankierende Maßnahmen   95

3.2   ………………………………………………… Horizontalabdichtungen   106

3.2.1   ……………………………………………………… MW-Unterfangung   107

3.2.2   ………………………………………………………….. MW-Austausch   107

3.2.3   ……………………………………………………………. MW-Trennung   107

3.2.4   …………………………………………..  Das Mauersägeverfahren   110

3.2.5   Das Einschlagen von nicht rostenden Chromstahlplatten   111

3.2.6   Bohrverfahren mit Überlappung

            (aneinander gereihte Kernbohrungen)                                  112

3.2.7   Injektionsverfahren     ……………………………………….                 112

3.3      Vertikalabdichtungen     ……………………………………….            117

3.3.1   Außen (nachträglich) aufgebrachte Abdichtungen               120

3.3.2   innen angebrachte (alternative Instandsetzungen/)

            „Abdichtungen“                                                                         126

3.4.     Elektroosmose     ……………………………………….                      142

3.5.1  Verputzsysteme   …………………………………………………………..  153

3.5.2  Anstrichsysteme   …………………………………………………………..  156

4.     Gesundes Wohnklima     ………………………………………       161

 

4.1     Wärmedämmung   163

          Wie lange lüften?   ………………………………………………………….. 180

4.3     Giftstoffe und Pilze …………………………………………………………..181

4.3.1   Giftstoffe     ……………………………………….                                 181

4.3.2   Pilze     ……………………………………….                                        183

4.3.3   Schimmel   …………………………………………………………..           190

4.4      Fogging   …………………………………………………………..              198

4.5      Holzschutz   …………………………………………………………             200

 

5.      Fazit   …………………………………………………………..                  206

 

6.     Adressen, Hinweise   ………………………………………………….207

7.     Literaturverzeichnis,DIN-Normen…………………………………………208

 

Vorwort: Edmund Bromm

 

Keine Angst vor Fachsimpelei!

Sie fragen: Warum noch ein neues Buch, obwohl schon viel Literatur zu diesem Thema auf dem Markt angeboten wird? Für wen ist dieses Buch?

 

Dieses Buch ist für Sie,

den Hausbesitzer ohne weit reichende theoretische Vorkenntnisse ebenso wie an Sie, den professionellen Planer, und schließlich auch an Sie, den Praktiker. Es dient Ihnen als Leitfaden und gibt Ent­scheidungshilfen, welche Methoden wann sinnvoll sind und warnt nicht zuletzt vor unsinnigen Maßnahmen. Es ist eine Ergänzung zu vielen – mit Tabellen und Formeln gespickten – wissenschaftlichen Werken. Eine der Besonderheiten dieser Arbeit ist, dass Sie nicht zwangsläufig das Buch von vorn bis hinten komplette lesen müssen. Werfen Sie zunächst einen Blick in das Inhaltverzeichnis – hier können Sie nach den Themen suchen, die Sie besonders interessieren. Starten Sie dort – oder wo immer Sie möchten, denn unter Akzeptanz, ja bewusst durchgeführter Wiederholung einiger fachlicher Erläuterungen, wird sich Ihnen stets eine anschauliche Schilderung der jeweiligen Problematik, deren Gefahren und Lösungsmöglichkeiten bieten.

Meine jahrzehntelangen Erfahrungen mit diversen Techniken und Methoden von Abdichtungen, die seit den sechziger Jahren eingesetzt werden, sind hier für jeden Interessierten leicht verständlich eingearbeitet. Von 1964 bis 1970 waren es zunächst Abdichtungsarbeiten im Grundwasserbereich, beim U-Bahnbau und Großprojekten im Tiefbau. Seither beschäftige ich mich ausschließlich mit der Instandsetzung bzw. Sanierung von Altbauten, insbesondere von Denkmälern z. B. altes und neues Rathaus in München; Sendlinger,- und Karlstor; mehrere Kirchen; Klöster und Schlösser, darunter auch – Possenhofen (Sissi Schloss) die Architektenkammer in München aber auch Schulen, dabei Herrenschule und die alte Salvatorschule jetzt Literaturhaus und Gymnasien Wilhelmgymnasium uva.

Besonders in den ersten Jahren meiner Arbeit erhielt ich so manche Empfehlung von Fachleuten und Materialherstellern für Sanierungen, die sich nach einiger Zeit als untauglich herausstellten. Es gab Fehlschläge, die nicht nur materialbedingt waren, sondern auch in der Verarbeitung der Produkte begründet lagen. Leider stellte sich oft erst nach Jahren heraus, welche Produkte die erforderlichen Eigenschaften auch tatsächlich erfüllten.

Ein wichtiger Aspekt bei der Prüfung von Produkten und Techniken ist, ob der Aufwand in einem vernünftigen Verhältnis zum Ergebnis steht. Mit der Sanierung denkmalgeschützter Objekte stieg auch mein Anspruch an Material und Methoden proportional mit der Verantwortung für das jeweilige Projekt.

Konnte ich im U-Bahnbau noch auf bewährte Produkte und Normen zurückgreifen, so steckte die Instandsetzung von Denkmälern – insbesondere Mauertrockenlegung und Putztechnik bei durch feuchte -und salzgeschädigten Mauern –  noch in den Kinderschuhen. Der Einsatz diverser Materialien und die damit verbundene Verarbeitung waren noch sehr oft Experimente.

 

 

Bild1: Isartor in München. Colorierte Zeichnung Edmund Bromm

 

Die Trockenlegung des Isartores in München war für meine Arbeit ein wichtiger Meilenstein und zugleich der Ansporn, fundiertere Kenntnisse für die Bauinstandsetzung zu ermitteln.

Vor der Olympiade 1972 wurden in München mehrere Repräsentationsbauten zum Teil durch internationale erfahrene Firmen auf „Vordermann“ gebracht. Am Isartor zeigten sich jedoch schon kurz nach dessen „Sanierung“ wieder erhebliche Feuchteschäden. Wie sollte ich nun dieses berühmte Denkmal von 1320 vor dem endgültigen Verfall retten?

Ich holte Ratschläge von vielen Seiten, die sich meist als nicht sehr befriedigend und zum Teil sogar widersprüchlich erwiesen.

Durch zahlreiche Gespräche sowohl mit Materialherstellern als auch mit Vertretern des Landesamtes für Denkmalpflege, sowie mit anderen sanierungswilligen Hausbesitzern reifte die Idee heran, die Universität in München in die Thematik einzubinden, um eine zuverlässige Lösung zu finden.

Der damalige Bauleiter der Stadt München hatte glücklicherweise ausreichend Vertrauen zu mir, und so bekam ich für die notwendigen Prüfungen nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch die notwendige Zeit. Es war damals nicht selbstverständlich, eine Voruntersuchung (z. B. wurden mehrere Kernbohrungen gezogen) vorzunehmen und diese noch „bewerten“ zu dürfen.

Meine Erfahrung ist, oft bleibt zu wenig Zeit für Voruntersuchungen. Aber eben dieser Zeitfaktor, die richtige Koordination und Reihenfolge im Ablauf, ist einer der wichtigsten Punkte. Wie oft passiert es, dass der Maler schon mit dem Anstrich angefangen hat und dann erst recht die Erkenntnis folgt, dass das Gebäude doch eigentlich erst „trockengelegt“ werden sollte, damit die Farbe überhaupt hält.

Ich sprach mit Professor Schubert† und Professor Wittmann, und beide Wissenschaftler zeigten großes Interesse, an der Problematik der Trockenlegung alter Baudenkmäler, überhaupt alter Gebäude, mitzuarbeiten. Schnell wurde deutlich, dass nicht nur Chemiker und Physiker, sondern weitere Spezialisten aus anderen Fachgebieten wie beispielsweise Mineralogen u. a. Naturwissenschaftler gebraucht wurden. Und schließlich gelangte man zu der Erkenntnis, dass auch detaillierte Statiken benötigt werden.

Damals traf sich in München regelmäßig eine Gruppe von Fachleuten, die mit Problemen der Bauinstandsetzung beschäftigt waren, um ausführlich zu „fachsimpeln“. Es war dies der Beginn der „ Wissenschaftlich Technischen Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V.“ . Aus dieser Verbindung wurde zunächst ein Verein für Denkmalpflege und daraus entstand der eingetragene und gemeinnützige Verein, die WTA e.V.

Ich war nicht nur Gründungsmitglied, sondern arbeitete auch weitere 26 Jahre im Vorstand mit. Der Verein ist stetig gewachsen und hat inzwischen über 500 Mitglieder: Wissenschaftler, Techniker, Restauratoren und Praktiker, die hier Erfahrungen austauschen und neue Methoden erarbeiten. So kam es auch zu einer Vielzahl von Veröffentlichungen, u. a. auch Merkblättern, die oft als Grundlage für Ausschreibungen dienen, da die gängigen Normen in der Regel nur für den Neubau gelten.

Einen Teil meines Fachwissens habe ich auch der Mitgliedschaft im Deutschen Holz- und Bautenschutz-Verband in Köln (DHBV) zu verdanken. Dort war ich ebenfalls mehrere Jahre im bayerischen Vorstand tätig. Es mag einige Kollegen geben, die nicht immer zufrieden waren mit der Qualität der Vereinigung, aber die internen Diskussionen und auch die Weiterbildungsmaßnahmen waren für mich wichtige Erfahrungswerte. Der Transfer über die verschiedenen Techniken und Materialien mit den Kollegen war oft ebenso entscheidend wie der Streit über das „Für und Wider“ von Maßnahmen.

Seit 1990 arbeite ich beim „Gemeinsamen Ausschuss Elektronik im Bauwesen“ (GAEB) in verschiedenen Arbeitsgruppen insbesondere bei Abdichtungs- und Instandsetzungsmaßnahmen mit. Der GAEB hat sich die Aufgabe gestellt, die Rationalisierung im Bauwesen mittels Datenverarbeitung zu fördern. Insbesondere werden hier Dokumente für die Standardleistungsbücher der öffentlichen Auftragsvergaben erstellt und außerdem neue Erkenntnisse in die bestehenden Regelwerke eingebracht.

Eine weitere Möglichkeit für mich zu erfahren wo die Leute der Schuh drückt ist das Beratungsangebot durch das Bauzentrum München. Ich versuche mit meinem Fachwissen den Ratsuchenden bei Feuchte, – und Schimmelschäden zu helfen. Hier erfahre ich auch mit welchen Problemen die Hausbesitzer ebenso wie Mieter alleine oft nicht zurechtkommen.

 

Aus all diesen Gesprächen und Diskussionen und den in meiner Firma gewonnenen Erkenntnissen, sowie durch die Auseinandersetzungen mit meinen Mitarbeitern ist eine Reihe von Berichten entstanden, die als Einzelberichte seit Jahren im Internet allen Interessenten zugänglich sind. Sehr viele Menschen haben mich gebeten, ich möge doch daraus eine zusammenhängende Publikation erstellen. Also habe ich alle Beiträge überarbeitet, aktualisiert und in diesem Buch zusammengestellt.

In einigen Beiträgen sind z. T. ähnliche Texte enthalten, dies deswegen, weil nicht jeder alles lesen will. Dabei ist es für diesen Abschnitt eine notwendige Ergänzung.

Es ist sicher kein Lehrbuch, sondern es ist als Kompendium für weiterführende Diskussionen auf diesem Fachgebiet zu verstehen.

 

Viele Menschen wollen ein trockenes und gesundes Zuhause.

Dies war immer eine Aufgabe der Isar Bautenschutz.

Weiter war ich immer bemüht eine kostengünstige Sanierungsmaßnahme gegen feuchte Mauern und Keller anzubieten.

Ich kam in so manches Gebäude das andere nie von innen sehen. Ich denke dabei an die Keller und Dachstühle der schönsten Schlösser und Kirchen in Bayern, aber auch in so manche Villa – ob an einem bayrischen See oder am Mittelmeer.

Ich wurde auch manchmal von sehr weit gerufen, wenn der Hausschwamm besonders stark gewütet hat. Unter anderem konnte ich in einem Museum in Lund (Schweden) bei einem Pfarrhof aus dem 16 Jahrhundert weiter in England einer sehr alten Villa und mehrmals in der Tschechei sowie in Slowenien helfen. Weiter war ich oft in Österreich der Schweiz und Frankreich.

Es waren oft sehr alte Objekte zu sanieren, aber auch mit neuen Gebäuden hatte ich zu tun.

 

Ein Fall hat mich dabei sehr bewegt.

Ich wurde von einem guten Freund gebeten im zu helfen da im Keller – in dem Werkstatt und Büro untergebracht war, alles unter Wasser stand. Der Bauunternehmen war „Pleite“ und konnte nicht mehr herangezogen werden.

Ein halbes Jahr nach dem alles eingerichtet war, rief mich mein Freund an, weil er einen nassen Boden hatte. Ich kontrollierte die Außenabdichtung durch eine Schürfgrube und musste feststellen es war eine schlampige Arbeit. Sowohl die Anschlüsse an den Fenstern als auch die Hohlkehle waren unsachgemäß ausgeführt. Da die Bodenflächen innen überschwemmt waren, musste auch unter dem Estrich die Wärmedämmung getrocknet werden. Dass dies ein erheblicher Aufwand und eine starke Beeinträchtigung der Büro,- und Werkstatträume war ist logisch.

Es dauerte nur ein halbes Jahr und wieder war Wasser im Keller. Diesmal waren die Elektro,- sowie die Wasserleitungsanschlüsse (Durchdringung der Außenwand) undicht. Abdichten und Bodenflächen trocknen.

Leider dauerte es erneut nicht lange bis der Anruf kam, wieder Wasser im Keller. Bei einer Doppelhaushälfte – mit durchgängiger Bodenplatte – kann auch vom Nachbarn Wasser durch eine undichte Abwasserleitung einwandern. Wieder trocknen und….s.w..

Es vergingen wiederum nur ein paar Monate und wiederholt war Wasser im Keller. Diesmal waren es die unsachgemäß eingebauten Fenster. Diese wurden zu klein geliefert und man mauerte die Öffnungen ohne außen eine ordentliche Abdichtung herzustellen einfach zu. Es musste wieder alles abgedichtet und natürlich getrocknet werden.

Mein Freund war schon sehr verzweifelt – jedes mal der Aufwand – die Möbel von den Wänden und der Werkstattbetrieb mit den Leitungen und Kabel war sehr stark behindert. Dazu der der Lärm und der Dreck.

Ich dachte es wäre das letzte Mal gewesen und wir haben alles abgedichtet, aber nein. Kaum war ein Jahr vergangen kam die neue Hiobsbotschaft, nochmals waren die Wände feucht.

Was konnte diesmal noch undicht sein?

Wie gut, dass wir um die Fehler leichter zu finden an der Außenwand innenseitig einen ca. 20 cm breiten Streifen im Bodenbelag noch offen gelassen haben und somit eine Kontrollmöglichkeit zur Verfügung stand. Diese Öffnung wurde mit Katzenstreu aufgefüllt um leichter feststellen zu können aus welcher Richtung der neue Wassereintritt kommt. Diesmal war es ein Feuchteproblem von „innen“. Nach längerer Suche konnte ein nicht genutzter Kamin bei dem es reinregnete als Fehlerquelle ausgemacht werden. Und, danach wieder alles trocknen…

Womit auch feststeht, nicht immer auf den Altbau „schimpfen“, wenn eine Kleinigkeit auftaucht und nicht annehmen wir bauen etwas neu, dann wird es besser werden, schön wäre es.

 

Es hat sich nach dem Krieg mit dem Neuanfang und dem schnellen Aufbau der Häuser und Wohnungen sehr viel geändert.

Man musste Wohnraum in kurzer Zeit erstellen. Gegenüber früher hat sich auch vieles weiterentwickelt, dabei nicht immer nur positiv. Nicht nur die Baustoffe und die Bauweise sondern auch die Wohngewohnheiten wurden geändert.

Dazu einige Beispiele:

 

Der Anstrich.

Früher wurden die Wände nur mit Kalk gestrichen.

•  Dieser ist sehr preiswert

•  lange und einfach zu lagern

•  leicht zu verarbeiten und leicht zu reparieren

•  gut dampfdurchlässig und hat außerdem eine desinfizierende Eigenschaft.

Darüber hinaus war es sehr einfach, einen neuen Anstrich auf den alten aufzutragen. An manchen alten Gebäuden findet man zwanzig oder mehr Schichten übereinander, ohne dass diesbezüglich Probleme auftauchen.

 

Bodenbelag

Dieser bestand entweder aus Holzbohlen oder aus Naturstein. Im Holzboden sorgte eine mehr oder weniger große Öffnung zwischen den Brettern für eine gute Durchlüftung und das Ablaufen von Feuchtigkeit

Beim Naturstein waren verhältnismäßig leichte Herstellung und leichte Pflege wichtige Aspekte.

 

Teppiche

galten stets als dekoratives Element im Haus, mit denen nur kleine Flächen eines Raumes bedeckt wurden. Die Dampfdiffusion war auf diese Weise so gut wie nicht behindert. Als später das Linoleum (oder andere undurchlässige Bodenbeläge) aufkam, das in der Regel die gesamte Fußbodenfläche abdeckte, tauchten prompt die ersten Probleme auf – Feuchtigkeit staute sich unter dem dichten Belag und es kam zu Fäulnisschäden!

 

Vorhänge

Fenster- und Wandbehänge waren früher weitgehend unbekannt, so dass eine auch in diesen Raumbereichen sowie über und seitlich der Fenster eine ungehinderte Luftzirkulation und damit Lüftung und Trocknen gewährleistet waren. Heute hingegen werden ganze Wandflächen mit dekorativen Stoffen und Behängen verdeckt. Die z. T. mit Kunststoff beschichteten Vorhänge vor Fenstern sowie Balkon- und Terrassentüren reichen meist bis zum Boden und sind außer dem im Deckenbereich oft mit einer Schabracke verbunden, was die Luftbewegung stark behindert.

 

Tapeten

Diese Art der Wandverkleidung war in den normalen Wohnhäusern völlig unbekannt, und damit fehlte auch der Tapetenkleister, der in Verbindung mit der Papiertapete als Nährboden für Schimmelpilze (Moderfäule) berühmt berüchtigt ist.

 

Möbel

Aus leidvoller Erfahrung hatte man gelernt, das Mobiliar niemals dicht an Wände zu stellen – so manches gute Stück war auf diese Weise nämlich schon Moder und Fäulnis sowie Schimmelpilzen anheim gefallen. Diese Katastrophe lässt sich ganz einfach vermeiden, indem zwischen Wand und Möbeln immer mehrere Zentimeter Platz gelassen werden. Größere Möbel standen früher zudem auf Sockeln. Auf diese Weise konnte die Luft ungehindert unter und hinter dem Mobiliar entlang streichen. Und eben diese Luftzirkulation verhinderte Feuchtigkeitsbildung und Fäulnis.

Heute dagegen sind fast alle Möbel unten mit einer Sockelleiste versehen. Küche und Bademöbel sind oft allseitig geschlossen und sehr genau eingepasst. Im Schlafzimmer sind die Betten mit einem dichtschließenden Bettkasten bestückt und der Schrank reicht vom Boden bis zur Decke. Die verbleibenden Öffnungen werden häufig noch als Schrankzusatz benutzt zum Teil auch mit Vorhängen geschlossen. Wie soll jedoch hinter diese Möbel warme Luft gelangen, wie die Bodenfläche erwärmt werden, wenn es keine Fußbodenheizung gibt?

Im Grunde sind solche Möbel eine innenliegende Wärmedämmung, doch sie werden weder bei der Planung der Heizung noch bei der Berechnung der Wandstärke berücksichtigt.

 

Dach und Dachüberstand

Das Dach galt stets als „Schutzhülle“ eines Gebäudes. Es war so konstruiert, dass Wasser einfach in Zisternen abgeleitet wurde. Je nach Region war der Dachüberstand so groß, dass 90 Prozent des Regenwassers gar nicht mit der Fassade in Berührung kam.

Mit dem Flachdach wurde später dann ein Sammelbecken für das Wasser geschaffen. Das Wasser kann ab Dachkante die gesamte Fassadenfläche erreichen, jede kleine Fehlstelle an der Fassade ist eine Gefahr für weitere Schäden. Fehlende Dachüberstände sind oft für eine erhöhte Wasseraufnahme und damit auch für eine schlechtere Wärmedämmung der Außenwände verantwortlich.

 

Nutzraum im Dach

Im Dach war ein Speicherraum untergebracht. In den meisten Fällen konnten die zur Zeit nicht gebrauchten Gegenstände sehr trocken gelagert werden.

Ein Teil der Dachfläche wurde von der Hausgemeinschaft als Trockenraum genutzt. Diese Trockenräume sind weg. Auch diese Räume sind zu Wohnungen ausgebaut worden.

Oft wird daher im Keller getrocknet. Wobei ich oft feststelle, dass dabei ständig die Fenster geöffnet sind und die Heizung voll aufgedreht ist. Klar wie sollte sonst die Wäsche trocknen.

Wenn allerdings kein Trockenraum vorhanden ist, wo soll die Wäsche trocknen? Sehr oft in den Wohnungen. Dies hat zur Folge, dass in dieser Wohnung die Feuchte oft zu hoch ist!

 

Kellerräume

Ich wundere mich immer wieder wie heute diese Keller mit allem was nicht mehr gebraucht wird voll gestopft werden. Früher wurde Holz und Kohle und evtl. noch Eingemachtes über einen kurzen Zeitraum gelagert. In der Regel wurde alles im Jahreswechsel ausgetauscht. Es konnte in dieser Zeit kaum zu faulen anfangen. Außerdem wurde das Vorratslager auch ständig unter Kontrolle gehalten, denn wer hatte schon Geld um etwas verfaulen zu lassen.

Ich komme sehr oft in Keller mit erheblichen Fäulnisschäden, dabei ist es nicht nur der Schimmel, sondern oft ist der Keller,- bzw. der echte Hauschwamm zu finden.

 

Feuchtigkeit im Mauerwerk ist in zunehmendem Maße der Anlass für kostspielige Sanierungen von Altbauten.

In den letzten Jahren werden von verschiedenen Seiten große Anstrengungen unternommen, erhaltenswerte Bausubstanz vor dem Zerfall zu bewahren.

Als Ursache für die Durchfeuchtung des Mauerwerks sind fehlende oder nicht funktionstüchtige Abdichtungen gegen aus dem Boden aufsteigende oder seitlich eindringende Feuchtigkeit aber auch das Kondens- bzw. Tauwasser führt zu einer Durchfeuchtung der Bauteile.

Das Problem einer einwandfreien Abdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit ist von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung. Neben erheblichen Bauschäden und gesundheitlichen Beeinträchtigungen erfordert die Beheizung feuchter Räume auch einen relativ hohen Energieaufwand.

Die Sorge, ein Gebäude durch falsche Trockenlegungsmaßnahmen zu beschädigen, lässt viele Menschen zu merkwürdigen Panikmaßnahmen greifen.

Meist erfolgt eine Bewertung der verschiedenen Verfahren von selbst ernannten Fachleuten oder Bautenschützern. Es ist klar, dass nur das von ihnen angewandte Verfahren das Beste ist. Nun ja, „jeder Bauer lobt nur seine Kartoffeln“.

 

Man muss das richtige Maß finden!

Bei der Instandsetzung und Trockenlegung alter Gebäude wird leider oft zu viel getan oder es erfolgen Aktionen, die völlig ungeeignet sind.

Wie oft wird um Häuser außen herum aufgegraben, obwohl diese gar nicht durch Grund-, Hang- oder Stauwasser gefährdet sind.

Man denke nur an die vielen Objekte die seit Jahrhunderten im Wasser stehen, aber auch an die meterhohen Stützmauern, deren Rückseiten auch nicht abgedichtet wurden und die all die Zeit schadlos überstanden haben.

Die Vielfalt der Schäden und Schadensursachen lässt keine Patentlösung zu, auch wenn diese mit kernigen Werbesprüchen immer wieder angepriesen werden.

Voraussetzung für eine fachgerechte Sanierung ist das Erkennen der Schadensursache.

Sie muss beseitigt werden, dann steigen die Erfolgsaussichten der Sanierung gewaltig. Es ist deshalb zu empfehlen, einen „echten“ Fachmann zu befragen. Sehr oft ist auch die Hilfe mehrerer Fachleute erforderlich. Wer weiß schon über alle Probleme der Chemie, Physik und der Statik bescheid. Deswegen ist es auch klar, warum es zu so vielen Fehlschlägen bei Sanierungen kommt.

WTA Edelsberstraße 8, 80686 München, Tel: 089 57869727, Fax: 089 57869729.

DHBV    www.dhbv.de

GAEB

Die wichtigste Voraussetzung für eine fachgerechte Sanierung ist das Erkennen der Schadensursache.

Sie muss beseitigt werden, dann steigen die Erfolgsaussichten der Sanierung gewaltig. Es ist deshalb zu empfehlen, einen „echten“ Fachmann zu befragen. Sehr oft ist auch die Hilfe mehrerer Fachleute erforderlich. Wer weiß schon über alle Probleme der Chemie, Physik und der Statik bescheid. Deswegen ist es auch klar, warum es zu so vielen Fehlschlägen bei Sanierungen kommt.

Eine Instandsetzungsplanung gerade bei Denkmälern ist heutzutage eine wichtige Forderung. Ob dies auch jeder Vertreter einer Herstellerfirma für bauchemische Erzeugnisse sein kann, denn der wird bevorzugt seine Produkte anpreisen ist somit fraglich.

Die WTA und der DHBV haben diverse Merkblätter zu diesen Themenkomplex man sollte sie auch lesen und beherzigen

WTA. e.V. :    www.wta.de

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tja, dann geht es weiter im Text insgesammt 200 Seiten mit vielen Informationen zum Bauen im Bestand

Abdichtungsarbeiten

Ist alles, was machbar ist, auch wirklich notwendig? Vom Sollen und Können des (Ab)Dichtens.

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